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Dormagen: Der Chef hinter der Bühne

Dormagen : Der Chef hinter der Bühne

Martin Kahl ist ein Mann der ersten Stunde beim Festival Alte Musik Knechtsteden. Der Geschäftsführer hält seit 1991 die Fäden in der Hand – von der Organisation über die Finanzierung bis hin zu den Rundfunkmitschnitten.

Er erwähnt dieses Wort häufig. Wenn Martin Kahl über "sein" Festival spricht, die Bedeutung, die es überregional erlangt hat, das Interesse der Rundfunkanstalten, die hier erwägen, sogar Live-Mitschnitte zu senden, und die jahrelange Förderung durch die öffentliche Hand, durch Sender und Sponsoren, verwendet er oft das Wort "Qualität."

Martin Kahl ist stolz auf dieses Festival, das "auch ein bisschen mein Kind ist", als Idee im Grunde schon, seit er als Chorsänger Hermann Max kennenlernte. Der begeisterte ihn von Anfang an, und sein Faible für die historische Aufführungspraxis traf genau den Nerv des Mannes, der damals in Hamburg eine Buchhandlung führte. Hermann Max, der künstlerische Leiter des Festivals, hat seinen Traum in der Stadt, in der er lange als Kirchenmusiker wirkte, wahr gemacht, verwirklicht seine künstlerischen Ideen und holt Top-Stars der "Alte Musik"-Szene in die Provinz. Von Anfang an hat ihn Martin Kahl dabei unterstützt, der Max ins Rheinland folgte und seit 1991 nicht nur als Geschäftsführer des Festivals, sondern auch als Manager der Max-Ensembles fungiert. Das Orchester, "Das Kleine Konzert", und der Chor, die "Rheinische Kantorei", zeigen nicht nur beim Festival-Heimspiel in Knechtsteden ihr Können.

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Wie früher sitzt der 63-Jährige in seinem Büro im evangelischen Gemeindehaus. Die Christuskirche ist ein wichtiger materieller Förderer des Festivals, hier können die Ensembles ohne nennenswerte Kosten proben. Dass die Veranstaltung im kommenden Jahr zum 20. Mal über die inzwischen sehr bekannte Bühne gehen kann, liegt an zwei stabilen Säulen, die das finanzielle Rückgrat bilden, ohne das kein Festival von Rang überleben kann: Zum einen eine öffentliche Hand, die eine stabile Basis schafft – in diesem Fall der Rhein-Kreis und die Stadt Dormagen, dieses Jahr auch das Land NRW, das sich fürs "Junge Festival" engagiert. Und private Sponsoren, Firmen, die Knechtsteden teilweise schon seit vielen Jahren unterstützen.

Für Martin Kahls Planung ist Verbindlichkeit, das Bekenntnis regionaler Unternehmen auch zur Hochkultur, unverzichtbar – schon allein wegen des Zeitraums, den die Vorbereitung umfasst. Dennoch: "Ich weiß, dass es keine endgültige Sicherheit gibt, jedes Jahr fangen wir neu an". Jedes Jahr ist das Festival nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Schon deshalb ist für Martin Kahl "nach dem Festival vor dem Festival". 2011 wirft mehr als nur Schatten voraus. Hermann Max hat angekündigt, dass er das "Junge Festival" weiter ausbauen und ortsansässige Ensembles stärker einbinden möchte. "Das Eröffnungskonzert steht", sagt Kahl. Aufgeführt wird Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe. Eine passende Wahl. Mehr Qualität geht nicht.

(NGZ)