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Dormagen: Denkmäler öffnen ihre Pforten

Dormagen : Denkmäler öffnen ihre Pforten

Sehr unterschiedliche Denkmäler rückten im Rahmen des "Tag des offenen Denkmals" in den Blickpunkt. Diesmal ging es um den Aspekt "Holz", der in den verschiedenen historischen Stätten herausgearbeitet wurde.

Ganz schön von gestern präsentierte sich die Stadt Dormagen beim bundesweiten "Tag des offenen Denkmals". Das Programm wurde offiziell durch Kulturdezernent Gerd Trzeszkowski eröffnet. In der Tourist-Info Zons – einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus von 1714 – begann dann eine Ausstellung des Zonser Denkmal-Fördervereins zum Veranstaltungsmotto "Holz".

In allen neun Denkmälern und Denkmalstätten hatte man sich Besonderheiten zum Motto einfallen lassen. So auch Sascha Wichmann, der durch den sonst nicht zugänglichen Römerkeller führte. "Hier gab es ein römisches Reiterlager, das zunächst aus Holz gebaut und erst im 2. Jahrhundert nach Christus in Steinbauweise erneuert wurde", erklärte der 34-jährige Historiker, der den Keller gemeinsam mit dem Geschichtsverein Dormagen betreut. Der im Bereich des heutigen Pfarrheims neben St. Michael gefundene und aus römischer Zeit stammende Ziegelkeller ist eines der wenigen Baudenkmäler, die aus dieser frühen Epoche noch heute im Rhein-Kreis Neuss erhalten geblieben sind. Freigelegt im Rahmen der Baumaßnahmen für das neue Pfarrheim konnte 1979 ein etwa drei mal drei Meter großes Kellerareal, bestehend aus ursprünglichen Dachziegeln, archäologisch dokumentiert werden. Zwar besteht der Römerkeller aus nur einem Raum, doch der bietet genügend Stoff für eine gut einstündige Führung. Rund 20 Interessierte kamen insgesamt. In Vitrinen sind sowohl Ziegel als auch Keramik aus Gräbern zu bestaunen.

In St. Odilia Gohr präsentierte Manfred Stefers, der im Kirchenvorstand und als Heimatforscher aktiv ist, die historischen Besonderheiten. Gemäß des Oberthemas "Holz" hatte der 60-Jährige einige Aspekte hervorgehoben. Die Sitzbänke von 1986 gehören zur alten Ausstattung der 1890 renovierten Kirche und stammen aus dem Nachlass von Peter Hubert Kemper. Orgel und Altar sind in hellem Holz gehalten und noch recht neu. "Herausragend ist die Barock-Madonna, die von Gabriel Grupello oder zumindest aus seiner Schule stammt. Sie ist um 1700 entstanden." Hier wird Maria anders dargestellt als üblich: "Sie präsentiert ihren Sohn und wirkt locker, leicht und beschwingt", sagt Stefers. "Wir wissen nicht, wie die Figur hierher gekommen ist. Sie bedeutet uns viel." Begeistert von der Pfarr- und Wallfahrtskirche war auch Christa Welter. Sie kommt aus Neuss und hat 30 Jahre lang als Küsterin die Cornelius-Kapelle in Selikum betreut. Sie und Stefers sind sich einig: "Wenn in jeder Generation einer ist, der die historischen Dinge bewahrt, bleiben sie erhalten."

(NGZ)