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Dem Weihnachtsmarkt Dormagen 2019 fehlen noch Sponsoren.

Dormagen : Sponsoren für Weihnachtsmarkt fehlen

Drei Wochen vor dem Start des Weihnachtsmarktes steht das Bühnenprogramm noch nicht, weil das Geld fehlt, um Künstler verpflichten zu können. Organisatorin Silke Fasse ist optimistisch: „Es wird keine leere Bühne geben.“

Draußen herrschen klar zweistellige Temperaturgrade, jetzt Glühwein trinken? Kein Problem, findet Silke Fasse: „Glühwein geht immer“, sagt die Chef-Organisatorin des Dormagener Weihnachtsmarktes und schlägt „Amarena-Glühwein“ vor. Die hohen Temperaturen schrecken sie nicht – drei Wochen vor der Eröffnung des Areals vor dem Historischen Rathaus. Die größte Baustelle ist nicht das Wetter, sondern das Bühnenprogramm. Das steht nämlich aktuell noch nicht völlig fest. Aber auch da übt sich Fasse in Gelassenheit: „Das war im letzten Jahr auch so, und dann haben wir etwas Gutes hinbekommen.“

Es liegt nicht an fehlenden Ideen, wer oder was auf dem Rathausplatz auf der Bühne stehen könnte. Der Knackpunkt ist das Geld. „Es fehlen die Sponsoren“, sagt Fasse, die bei RTR Event GbR als Marktmeisterin Verantwortung trägt. „Sie zu finden und dafür zu gewinnen, Künstler für das Programm zu sponsern – das ist ungemein schwierig geworden.“ Inzwischen ist es mitunter sogar so, dass Gelder aus den Einnahmen der Standvermietung genutzt werden, um Künstler zu bezahlen. Deren Kosten sind ein enormer Faktor im Budget des Weihnachtsmarktes. Namen möchte Silke Fasse nicht veröffentlicht sehen, sie sagt: „500 Euro für einen Bandauftritt sind normal. Es gibt auch bekannte Größen, die nehmen für einen dreißigminütigen Auftritt 1200 Euro.“

Das ist letztlich viel zu viel, wenn die Geldgeber fehlen. Daher verfolgen die Veranstalter inzwischen auch eine etwas andere Richtung: „Lieber für dieses Geld drei Künstler verpflichten.“ Aber trotz aller finanziellen Sorgen: „Eine leere Bühne wird es nicht geben.“ Mit den Gohrer Bergpiraten und der Band Alice’n 4, die bei dem Dormagener Cultur-Contest den zweiten Platz belegte, stehen zwei bekannte Künstler fest. Auch „ne Spitzbub“ (Hans-Willi Mölders), Anjay Steiner, eine junge Sängerin aus Worringen, und die Musikschule der Stadt. „Wir sind mit weiteren im Gespräch, die auf Abruf stehen.“ Sie kommen, sobald die Finanzierung steht. Fasse verspricht: „Eine Woche vor dem Start steht das Programm.“

Vor knapp zweieinhalb Jahren wurde der Vertrag mit der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD) unterzeichnet, der den Weihnachtsmarkt in Dormagen bis einschließlich 2019 in die Hände der RTR-Event GbR legt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der Firmen Reusrath, Trippen und Rüttgers. In den Jahren zuvor hatte es kritische Stimmen zum Weihnachtsmarkt in der Innenstadt gegeben. Inzwischen sind diese Stimmen weniger geworden, der Markt mit dem jetzigen Konzept scheint bei den Dormagenern anzukommen. Ein Indiz dafür, dass es nicht schlecht läuft, ist die Zahl der vermieteten Holzhütten, die steigt. „Das Interesse war so groß, dass wir sogar neue Hütten kaufen mussten.“ Jetzt sind es 18.

Los geht es am Freitag, 30. November, der Weihnachtsmarkt läuft dann bis zum 23. Dezember. Offiziell eröffnet wird er allerdings am Samstag, 1. Dezember, mit dem Schmücken der zahlreichen Tannenbäume durch Kindergartenkinder. Gerade für die kleinen Besucher hat sich RTR Event  einiges einfallen lassen. Jeweils von montags bis donnerstags werden in einem Adventszelt von 15 bis 17 Uhr Weihnachtsgeschichten vorgelesen und Kleinigkeiten gebastelt. Am ersten und vierten Adventswochenende lädt eine aufblasbare Rodelbahn zum Rutschen ein, am zweiten Advent bietet die CiDo das beliebte Kö-Kinderland an und am dritten Wochenende kommt ein großes Spielmobil.