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Dormagen: Deichverband probt für den Ernstfall

Dormagen : Deichverband probt für den Ernstfall

Damit für den Hochwasserfall alle Helfer wissen, wie die Deichtore aufgebaut werden, probten sie am Wochenende die nötigen Handgriffe. Dabei wurden kleine Mängel entdeckt, die in den nächsten Tagen behoben werden sollen.

Übung macht den Meister — das hat sich am Wochenende einmal mehr bestätigt. Um in der Hochwasserzeit für alle Einsatzfälle gerüstet zu sein, übt der Deichverband Dormagen/Zons einmal im Jahr den Ernstfall. Mit schwerem Gerät rückte der Deichverband unter der Leitung von Deichgräf Eduard Breimann bereits am frühen Samstagmorgen zur Frühjahrsübung an.

Unterstützt wurde der Verband durch rund 30 Männer der Bundeswehr-Reservisten-Kameradschaft unter Führung von Erik Heinen. Auch Helfer aus dem Erbentag und dem Vorstand waren vor Ort. Heimische Baufirmen unterstützten die Übung mit speziellen Fahrzeugen und Gerätschaften.

"Weil viele Soldaten den Aufbau der Tore noch nicht geprobt haben, wollen wir sie auf den Ernstfall vorbereiten und sicherstellen, dass möglichst viele Helfer ohne Zeit- und Reibungsverlust den schwierigen Aufbau beherrschen", erklärte Breimann.

Drei Tore — eines für die Zufahrt zum Herrenweg, eines für die Zufahrt zu einem Privatgrundstück und eines für die Zufahrt zum Grind — galt es aufzubauen, die die Lücken in der Deichmauer schließen sollen, wenn Hochwasser kommt. Um die Übenden nicht zu gefährden, wurden die Deich- und die Oberstraße für die Dauer der Probe halbseitig gesperrt, Autofahrer wurden durch Schilder darauf hingewiesen, langsam zu fahren.

"Trotz dieser Hinweise sind die Pkw mit 50 oder 60 Stundenkilometern an uns vorbeigefahren. Das ist eine Unverschämtheit, wenn man bedenkt, dass hier Menschen arbeiten, die im Ernstfall ehrenamtlich ihr Leben riskieren würden", kritisierte der Deichgräf.

Drei Tore wurden testweise auf- und abgebaut. "Ein Tor stand innerhalb von 20 Minuten. Das ist eine beachtliche Zeit", sagte Breimann anerkennend. Und auch die acht neuen Helfer haben sich gut ins Team eingefügt. "Heute haben wir festgestellt, dass nicht der Aufbau für Probleme sorgt, sondern die Mängel, die wir feststellen mussten."

Nach der Sondierung sei deutlich geworden, dass einige Gewindeteile nicht hundertprozentig gepasst haben. So wäre im Ernstfall die Standfestigkeit der Tore bei einem Andruck vom Wasser nicht gewährleistet. Das soll in den nächsten Tagen behoben werden, indem neue Löcher für die Schrauben gefräst werden. "Außerdem wird die Zuordnung der Teile deutlicher gemacht", sagte Breimann, der sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Frühjahrsübung zeigte. "Die erfahrenen Helfer arbeiten mit jeder Übung routinierter und zügiger."

Bald soll eine erneute Übung stattfinden, dann aber gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr. "Wir müssen sicher sein, im Ernstfall alles parat zu haben", sagte Breimann. Der Ernstfall sei aber erstmal nicht zu erwarten. "Nachdem wir in den vergangenen Tagen einen Wasserstand von etwa sechs Metern hatten, der der Schneeschmelze in Süddeutschland geschuldet war, sind es jetzt 3,61 Meter — Tendenz sinkend." Dennoch soll bei der nächsten Übung, an der auch einige neue Feuerwehrmänner teilnehmen werden, nicht nur geprüft werden, ob die Qualität der Schutztore in Ordnung ist und die Helfer schnell genug in der Lage sind, sie aufzubauen, sondern auch, ob die Zusammenarbeit funktioniert.

(NGZ/top)