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Dormagen: Deichverband gerüstet für Winter-Hochwasser

Dormagen : Deichverband gerüstet für Winter-Hochwasser

Mit einem neu erstellten Alarmplan ist der Deichverband auf Hochwasser vorbereitet. Bohrungen laufen, Treidelpfad wird gesperrt.

Eduard Breimann spricht gelassen über die seit dem 1. November laufende Hochwassersaison. Der aktuelle Rheinpegelstand gibt ihm keinen Anlass zur Sorge. Mit einem neuen Alarmplan sei der Deichverband auf den Ernstfall vorbereitet, wie der Deichgräf erläutert. Während Breimann und sein Team den Wasserstand in den kommenden Monaten besonders im Blick behalten, laufen die vorbereitenden Arbeiten zur Planung der Sanierungsmaßnahmen rund um die Hochwasserschutzanlage weiter.

"Aktuell laufen Bohrungsarbeiten, um den Untergrund der Anlage zu überprüfen", sagt Breimann. Mit Luftaufnahmen war zuvor untersucht worden, wo die mit den Bohrungen beauftragten Unternehmen gegebenenfalls mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg rechnen müssten. "Die Kampfmittelsuche läuft derzeit parallel. Bislang wurde aber zum Glück nichts gefunden", macht der Deichgräf deutlich.

Entlang der Beton-Spundwand im Bereich des Stürzelberger Hafens wird derzeit ein Gerüst aufgebaut. Wenn dort in den kommenden Tagen mit der Untersuchung des Betons begonnen wird, wird der Treidelpfad zwischen der Uferstraße und der B9 (entlang der Hafenmauer) gesperrt. "Ohne die Sperrung können die Arbeiten dort nicht erfolgen", versichert Breimann.

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Die Vorbereitungen des Deichverbandes seien fristgerecht mit einem neu erstellten und erprobten Alarmplan abgeschlossen worden. "Dieser wurde bereits mit dem Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr sowie der Reservistenkameradschaft Dormagen erfolgreich erprobt", fasst Breimann zusammen. Änderungen im Alarmplan waren unter anderem notwendig geworden, da eine Kiesgrube, die der Verband im Ernstfall zum Füllen von Sandsäcken nutzte, nicht mehr eingebunden werden konnte. "Wir arbeiten nun mit der Grube in Straberg zusammen", sagt Breimann. Zudem seien neue Hilfskräfte-Mannschaften und Geräte eingebunden, die im Alarmplan berücksichtigt werden mussten. "Wie in den Vorjahren sind wir in der Lage, eine Notsicherung der vorhandenen Anlage innerhalb von 30 bis 34 Stunden aufzubauen", sagt Breimann. Droht ein größeres Hochwasser, muss die marode Schutzanlage zwischen Zons und B9 (in Richtung Hafen Stürzelberg) besonders gesichert werden — unter anderem mit so genannten Big Bags, großen Sandsäcken.

Die laufenden Arbeiten zur Vorbereitung der Sanierungsplanung sollen den Hochwasserschutz im Ernstfall nicht behindern. "Die beauftragten Unternehmen müssen Gerüste und Geräte innerhalb einer vertraglich geregelten Zeit abbauen können, damit keine Gefährdung entsteht", sagt Breimann. Bis spätestens Ende Februar sollen die Bohrungsarbeiten abgeschlossen sein. Damit fänden auch die geologischen Untersuchungen für die Sanierungsplanung ihr Ende.

(NGZ)