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Dormagen: Deich wird auf 13 Kilometern neu gebaut

Dormagen : Deich wird auf 13 Kilometern neu gebaut

Ab 2015 erhält Dormagen einen neuen Hochwasserschutz. Die Deiche und Mauern werden aber nicht nur 50 Zentimeter höher, sondern es werden auch neue aufgebaut. Im Bereich der Unterstraße könnten die Glaselemente entfallen.

Entwarnung am Deich: Die kostspielige Notsicherung der Hochwasserschutzanlage in Stürzelberg bleibt den Rheinanliegern vorerst erspart. Seit dem Wochenende fällt der Rheinpegel. Der Deichverband Dormagen/Zons um Deichgräf Eduard Breimann kann sich somit wieder stärker der anstehenden Erneuerung des rund 13 Kilometer langen Hochwasserschutzes entlang des Stadtgebiets widmen. Am Mittwoch gab Breimann Details zu den anstehenden Arbeiten bekannt. Fest steht: Der neue Hochwasserschutz wird 50 Zentimeter höher als der bestehende — auch im Bereich der Gärten an der Unter- und Uferstraße.

130 000 Euro hatte der Aufbau der Notsicherung an der Hochwasserschutzanlage die Zwangsmitglieder des Deichverbandes im Dezember 2010 gekostet. Damit diese Kosten in Zukunft erst gar nicht mehr drohen, und um die Sicherheit der maroden Anlage dauerhaft zu garantieren, wird der Hochwasserschutz erneuert — unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen für rund 30 Millionen Euro. Nach der Phase der Planung (Kosten rund 1,365 Millionen Euro), wie die Sanierung erfolgen soll, wird ab 2015 sechs Jahre lang in der Hochwasser freien Zeit gebaut.

Die vom Erbentag des Deichverbandes nach der europaweiten Ausschreibung ausgewählte Bietergemeinschaft Hahn-Bender/Patt mit Sitz in Wesel soll zunächst Vorschläge erarbeiten, welche Möglichkeiten es zur Deichsanierung gibt. "Es gibt verschiedene Stellen, für die unterschiedliche Möglichkeiten denkbar wären", macht Breimann deutlich.

Einer dieser Bereiche sei die Hochwasserschutzmauer entlang der Ober-, Unter- und Uferstraße. "Derzeit bestehen Teile der Anlage an der Unterstraße aus Glas. Ob das die ideale Variante für den neuen Hochwasserschutz ist, muss geklärt werden", sagt der Deichgräf, der auf die Expertise der Bietergemeinschaft baut. Diese hat bereits sieben größere Hochwasserschutzprojekte am Niederrhein betreut und kenne sich mit verschiedenen Schutzeinrichtungen aus.

Die neue Anlage wird nach den Vorgaben des so genannten "Bemessungshochwassers — BHQ2004" errichtet. So werden Dämme, Mauern und Tore 50 Zentimeter höher als der derzeitige Hochwasserschutz. "Weitere Neuerungen zur jetzigen Anlage sind, dass die Deichtore doppelwandig und die Deiche mit einer Lehmschürze ausgestattet sein müssen", erklärt Breimann.

Vorschläge erhofft sich der Deichgräf auch für eine Neuerung im Bereich des Chempark-Tores eins. "Dort wird auf einer Länge von 280 Metern in Richtung des Höhenberges ein Riegel entstehen, um Dormagen vor Überflutung von Kölner Stadtgebiet aus zu schützen", sagt der Deichgräf. Denkbar sei an dieser Stelle eine mobile Wand wie sie bereits im Bereich des Heckhofes an der Deichstraße und über die B9 am Hafen Stürzelberg verläuft.

Neben dem Haupt- und Banndeich wird auch der Kopf des Flügeldeiches erneuert. "Beim Hochwasser 1995 wurde diese wichtige Stelle zum Schutz der Brunnen im Grind durch den Wasserdruck weggesprengt", berichtet Breimann. Im Rahmen der Sanierung wird das betroffene Kopfstück des zwei Kilometer langen Flügeldeiches erneuert.

Breimann bereitet einen Vertrag vor, den der Deichverband mit der Ingenieurs-Bietergemeinschaft über die Planung und spätere Bauüberwachung der Sanierungsmaßnahmen schließen soll. "Wir wollen das vor uns liegende Projekt von Anfang an mit größter Sorgfalt betreiben", erklärt Breimann. So sind eine Kommission des Deichverbandes sowie ein Fachanwalt mit der Ausarbeitung des Vertrages betraut. "In der Erbentagssitzung am 24. Januar wollen wir den Vertrag vorlegen", erläutert der Deichgräf.

(NGZ/ac/jco)