Dormagen: Deich bei Stürzelberg demoliert

Dormagen : Deich bei Stürzelberg demoliert

Nur wenige Wochen vor Beginn der Hochwassersaison haben Unbekannte Teile des Deich-Provisoriums zerstört: Alu-Platten und Sicherheits-Muttern wurden gestohlen, die PVC-Abdeckung zerschnitten. Die Polizei ermittelt.

Unbekannte Vandalen haben die Achilles-Ferse des Deichs zwischen Stürzelberg und Zons freigelegt: Ausgerechnet am Ende des Rheinbogens, wo ein Hochwasser seine Kraft besonders zerstörerisch entfesselt, haben die Täter Aluminium-Blenden und 30 Sicherheits-Muttern gestohlen; außerdem schnitten sie ein handflächengroßes Stück aus der PVC-Plane, die das Mauerwerk vor den Wassermassen schützen soll.

Rund 3500 Euro Kosten

Entdeckt hat Deichgräf Eduard Breimann die Zerstörung bereits am Montag bei einer Begehung des Geländes mit Vertretern der Bezirksregierung. "Über die Konsequenzen haben sich die Täter wohl keine Gedanken machen", flucht der Deichgräf. Immerhin beginnt am 1. November die Hochwassersaison. Breimann hat Anzeige wegen Vandalismus und Diebstahl gestellt — und auch schon den Auftrag für die Reparaturen erteilt. "Die Firma Rix ist beauftragt", sagt der Deichgräf.

Die Folie muss mit einem Flicken verschweißt werden, die Muttern neu angezogen werden. Bis die Blenden angebracht werden, würde es allerdings noch ein paar Tage dauern. Bisher rechnet Breimann mit Kosten von rund 3500 Euro für die Reparaturarbeiten. Zahlen müssen dafür — wieder einmal — die Deichverbandsmitglieder.

Alle 14 Tage bis drei Wochen begutachten der Deichgräf und die Bezirksregierung die Standhaftigkeit der Gemäuer. Wer für die Zerstörung verantwortlich ist, kann Breimann nur spekulieren: "Vielleicht ist es jemand, der dem Deichverband schädigen will, vielleicht jemand, der das Aluminium verkaufen will", so der Deichgräf, der die entsprechenden Fotos direkt an den Dormagener Polizeichef Kurt Koenemann weitergeleitet hat.

Seine Anzeigeschrift klingt demnach wie ein Appell: "Die geschilderten Eingriffe in die Hochwasserschutzeinrichtung sind lebensbedrohend; wenn sie durch den Verband nicht schnellstens beseitigt werden." Die Polizei fahndet inzwischen nach den Tätern. "Uns liegt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung vor", bestätigt Polizeisprecherin Diane Drawe. Einen Tatverdächtigen gebe es aber noch nicht.

Die Notsicherung des maroden Deiches ist im Jahr 2009 umgesetzt worden. Dafür wurde die 1,5 Millimeter dicke geschweißte PVC-Bahn angebracht; die Alu-Blenden sind gegen den Hochwasserdruck installiert worden. Deichgräf Breimann kann sich über die Tat nicht beruhigen: "Das ist wirklich ungeheuerlich."

(NGZ)
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