Dormagen: Das Zonser Bürgerhaus wird im Juli abgerissen

Dormagen: Das Zonser Bürgerhaus wird im Juli abgerissen

Der Rat hat den Weg freigemacht für den Neubau des Kreisarchivs in Zons. In wenigen Wochen wird daher das Bürgerhaus weichen.

Der Stadtrat hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit den Bebauungsplan für den Erweiterungsbau des Archivs im Rhein-Kreis Neuss genehmigt. Nur Zentrum (3), FDP (1) und die beiden Einzelratsmitglieder stimmten dagegen, der Zonser SPD-Ortsvereinsvorsitzende Gerd Sräga enthielt sich. "Ich freue mich sehr über den Satzungsbeschluss", sagte Tillmann Lonnes, Kulturdezernent des Rhein-Kreises Neuss, des Bauherrn. Jetzt kann das leerstehende Bürgerhaus Zons abgerissen werden.

Wann erfolgt der Abriss des Bürgerhauses? Zurzeit werden Versorgungsleitungen vom Beginn des Schlossplatzes am Juddeturm in den hinteren Bereich an der Tiefgarage verlegt. Auch die Bodendenkmalpflege ist zurzeit dabei, das noch nicht untersuchte Gelände auf archäologische Funde zu prüfen. Klaus Schmitz, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), die den Abriss vornimmt, sagte: "In nächster Zeit wird das Bürgerhaus abgerissen, sicher im Juli, vielleicht schon Ende Juni.

" Wird damit das Projekt nun zügig umgesetzt? Der Rhein-Kreis Neuss geht von einer Bauzeit von etwa einem Jahr aus. Damit bewegt sich der 6,5 Millionen Euro teure Erweiterungsbau des Archivs, in dem Dokumente des Kreises, aber auch der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen lagern, im Zeitrahmen. In der Burg Friedestrom hat das Archiv noch Kapazitäten für etwa drei Jahre. "Wir brauchen den Erweiterungsbau dringend", hatte Kreisarchivar Stephen Schröder bereits 2014 die Pflichtaufgabe erklärt.

Gibt es Alternativen zum Standort? Jetzt nicht mehr: Es gab auch Überlegungen, das Archiv im Rhein-Kreis Neuss in andere Städte zu verlagern, was für Dormagener Schüler und Forscher mehr Aufwand bedeutet hätte. Ein in zwei weit auseinander liegende Standorte aufgeteiltes Archiv wäre wegen des Transportes unrentabler gewesen. Mit dem Abriss des "Schandflecks Bürgerhaus" will der Rhein-Kreis mit dem Erweiterungsbau auch städtebaulich die Zonser Altstadt verschönern.

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"Der Erweiterungsbau des Archivs wird eine Bereicherung für Zons", meint Kreiskulturdezernent Lonnes. Wie haben sich die Diskussionen um die Gestaltung ausgewirkt? Die ersten Pläne von Architekt Michael Baumeister, Leiter der Gebäudewirtschaft beim Rhein-Kreis Neuss, stießen auf zum Teil harte Kritik. Seither hat der Rhein-Kreis die Pläne für das in der L-Form des früher dort stehenden Klosters geplante Archiv überarbeitet.

"Ich bin nach wie vor von Konzept und Architektur überzeugt", betont Tillmann Lonnes. Allerdings hat der Kreis Anregungen der Bürger aus zwei Offenlegungen eingearbeitet. Welche Änderungen gibt es? Das Dach hat nun eine Traufe, die Gestaltung der Fassade und der Fenster wurde überarbeitet. Teilweise freigelegte Klostermauern werden vom Gebäude aus zu sehen sein. Auch die Anzahl der offiziellen Parkplätze wurde nach mehreren Diskussionen erhöht.

Nun stehen 71 auf dem Gelände zur Verfügung.

(NGZ)