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Dormagen: Das steckt in Nievenheimer Martinstüten

Dormagen : Das steckt in Nievenheimer Martinstüten

Mandarinen, Äpfel, Schokolade – all das organisiert Maria Bähers Team für die durch die Stadt ziehenden Kinder.

Mandarinen, Äpfel, Schokolade — all das organisiert Maria Bähers Team für die durch die Stadt ziehenden Kinder.

Die Martinsfeier mit Umzug und Martinsfeuer auf dem Schützenplatz gibt es in Nievenheim schon seit Maria Bäher denken kann. Sie ist seit 30 Jahren die Hauptorganisatorin des Martinsumzugs und hat den traditionellen Ablauf schon von ihren Vorgängern übernommen. Im Mittelpunkt stehen damals wie heute der heilige Martin auf seinem Pferd und die Grundschulkinder mit ihren selbst gebastelten Laternen.

Eine der größten logistischen Herausforderungen im Vorfeld sind allerdings die Martinstüten, die nach dem Umzug an die Kinder verteilt werden. Von dem Geld, das etwa 50 Frauen vor den Herbstferien an den Haustüren gesammelt haben, kauft das Martinskomitee Süßigkeiten und Obst für die Tüten, bezahlt die Musik und das Pferd für den Martinsumzug. Was übrig bleibt, wird an drei Schulen und fünf Kindertagesstätten sowie das Haus der Lebenshilfe gespendet.

In diesem Jahr werden 1140 Martinstüten an die Nievenheimer Kinder verteilt. Um sie mit den traditionellen Leckereien zu befüllen, ist ein ganzes Heer von freiwilligen Helfern nötig. Einige sind schon seit Jahren dabei und inzwischen Martinstüten-Packprofis, andere helfen das erste Mal mit. Die meisten haben selbst Kinder im Grundschulalter, einige sind über den Schützenverein, durch Freunde oder Kontakte in der Nachbarschaft hinzugestoßen. "Wir sprechen ein paar Leute an und die bringen dann wieder andere mit", erklärt Maria Bäher.

Zum Befüllen der Tüten hat sich seit fast 50 Jahren die "Packstraße" bewährt: Jeder Helfer steht an einer Station, packt zum Beispiel je eine Schokoladentafel in die Tüte. Dann reicht er die Tüte weiter zur nächsten Station. Am Ende der Kette stehen drei weitere Helfer, die die Tüten in den Nebenraum bringen und dort stapeln. Trotz stundenlanger Fließbandarbeit ist die Stimmung immer bestens. Stefan Maxeiner öffnet an der ersten Station die Plastikbeutel. Anschließend kommen Mandarinen, Äpfel, Kinderschokolade, Salzbrezeln, Maoams und weitere Süßigkeiten hinein.

Auch der St. Martin alias Arne Gottschlich ist unter den Packern. Er sitzt seit sieben Jahren auf dem Pferd und teilt seinen Mantel mit wechselnden Bettler-Darstellern. Die süßen Sachen kaufen die Organisatoren beim Edeka-Markt, das Obst kommt von örtlichen Bauern.

Einen Tag später werden die Weckmänner aus der Nievenheimer Bäckerei Meuser auf die Tüten gelegt. Sie sollen frisch sein und nicht zerdrückt werden. Edeka stiftet die Plastiktüten und sammelt seit August Sperrholzkisten für das Martinsfeuer. "Ohne die Unterstützung von Helfern und Sponsoren würden wir das nicht schaffen", sagt Maria Bäher. Sie hofft, dass auch dieses Mal wieder alles glatt läuft.

(NGZ/rl)