Dormagen: Das Krankenhaus saniert sein Bistro

Dormagen: Das Krankenhaus saniert sein Bistro

Der seit einiger Zeit geschlossene Kiosk soll dagegen nicht wieder öffnen, sondern für andere Zwecke genutzt werden.

Auf der Internetseite des Kreiskrankenhauses in Hackenbroich sind zwar noch die Öffnungszeiten zu finden, doch der Kiosk der Einrichtung ist Geschichte. Und das kleine Geschäft, in dem es sogar Glückwunschkarten und Kleidungsstücke gab, wird auch nicht wieder geöffnet. Dafür können sich die Patienten, ihre Besucher und das Personal schon mal auf einen modernisierten Bistrobereich freuen. Wie Krankenhaussprecherin Susanne Niemöhlmann gestern auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, wird die etwas in die Jahre gekommene Cafeteria neben dem Haupteingang nach Ostern erheblich aufgefrischt.

"Mit der Renovierung wird voraussichtlich Mitte April begonnen", kündigte sie an. Im Zuge der Arbeiten soll ein neuer Boden verlegt werden, neues Mobiliar sei bereits ausgesucht worden. Investiert werde eine mittlere fünfstellige Summe, sagt die Krankenhaussprecherin. "Für die Renovierung wird das Bistro wahrscheinlich zwei Wochen lang geschlossen." Doch unversorgt werden Patienten und Gäste auch in dieser Zeit nicht bleiben. Denn in der rund zweiwöchigen Sanierungsphase soll die Mitarbeiterkantine im Untergeschoss des Krankenhauses für alle Besucher ganztägig geöffnet sein.

Das Bistro betreibt das Kreiskrankenhaus seit knapp zwei Jahren selbst und mit eigenem Personal. Das ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass der Kiosk nicht wiederbelebt werden soll, schließlich würde sich das Krankenhaus damit Konkurrenz unters eigene Dach holen. Doch das kleine Geschäft sei ohnehin zuletzt nicht mehr wirtschaftlich gewesen, glaubt die Krankenhaussprecherin - wohl auch, weil Teile des Sortiments mit dem des Bistros deckungsgleich waren. Zeitschriften, Zeitungen, Getränke und Anderes sind im Bistro ebenfalls erhältlich - nur eben keine ausgefallenen Produkte. "Aber es stellt sich ja auch die Frage, ob man im Krankenhaus zum Beispiel spezielle Fachzeitschriften bekommen muss", meint Niemöhlmann. Wer gern liest, kann sich auch über die Patientenbücherei des Kreiskrankenhauses mit Lektüre versorgen. Die Bibliothek wird von der Christlichen Krankenhaushilfe (CKH) betrieben "und bietet ein umfangreiches Angebot an Literatur aus den verschiedensten Bereichen", wie es auf der internetseite des Krankenhauses heißt. Die Stationen würden wöchentlich mit einem Bücherwagen besucht. Die Ausleihe sei unentgeltlich.

Nach Niemöhlmanns Eindruck werde der Kiosk ohnehin nicht schmerzlich vermisst - "es gibt so gut wie keine Nachfragen. Außer von zwei Interessenten, die den Kiosk pachten wollten. Aber das haben wir abgelehnt". Im Übrigen gebe es auch im Kreiskrankenhaus in Grevenbroich, das ebenfalls zu den Rhein-Kreis-Neuss-Kliniken gehört, keinen Kiosk. Aktuell werde das ehemalige Geschäft im Erdgeschoss der Dormagener Klinik für Krankenhauszwecke "funktional" genutzt. Was in Zukunft aus der Räumlichkeit wird, ist noch nicht abschließend geklärt. "Wir denken über ein Konzept nach. Aber da gibt es keinen Zeitdruck", sagt sie.

Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren rund 17,5 Millionen Euro in die Klinik in Hackenbroich investiert werden - in erster Linie für die Sanierung beziehungsweise für den Umbau von Operationssälen und Veränderungen bei der Intensivstation. Bisher gibt es aber nur eine grobe Planung. Das Kreiskrankenhaus hat 346 Betten. Es wurde 1980 eröffnet. Seit 1983 ist die Einrichtung akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Köln.

(ssc)