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Dormagen: Darum steigt das Grundwasser

Dormagen : Darum steigt das Grundwasser

Warum steigt der Grundwasserpegel nach einem Rheinhochwasser? Welchen Einfluss darauf haben die Böden der Stadt oder die Geologie? Die NGZ erklärt, woher das Wasser kommt, wohin es fließt und wann es hoch steht.

Der Grundwasserpegel im Dormagener Erdreich ist ständig in Bewegung. Einen Anstieg verzeichnet er nach dem Rheinhochwasser vor einigen Wochen. Die NGZ erklärt, warum das so ist, welchen Einfluss Geologie und Böden auf den Pegel haben und ob die Dormagener feuchte Keller fürchten müssen.

Warum steigt durch Hochwasser auch das Grundwasser?

Wenn der Rhein viel Wasser führt, bildet sich untergründig eine Stauwelle. Das Grundwasser steigt an. "Das geschieht allerdings mit einer zeitlichen Verzögerung", erklärt Peter Schütz, Sprecher beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Auch Schneeschmelze und Niederschlag lassen den Pegel ansteigen.

Wie beeinflussen Industrie und Technik den Grundwasserspiegel?

"Es gibt in Dormagen große Entnahmen von Trinkwasser in den Bereichen Mühlenbusch, Hackenbroich und im Grind", sagt Hannsjörg Schuster vom Geologischen Dienst in Krefeld. Auch die chemische Industrie entnehme entnehme mit ihrer Brunnen-Galerie große Wassermengen.

Wie hat die Geologie Dormagen geformt?

Ton, Schluffsand und Kies bilden die obersten 20 bis 30 Meter des Untergrundes von Dormagen. Diese Schichten sind sehr durchlässig für das Grundwasser und sind während der Eiszeit entstanden. Darunter folgen 200 bis 300 Meter Meeresablagerungen aus der Tertiärzeit. Darunter finden sich feinkörnigere Ablagerungen, die nicht sehr durchlässig sind.

Welche Beschaffenheit haben die Dormagener Böden?

Der Rhein hat zum Ende der Eiszeit sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. In höheren Bereichen haben sich daraus so genannte Braun- und Parabraunerden gebildet. In der ehemals überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden fruchtbare Auenböden.

Welchen Einfluss auf das Strömungsverhalten hat der Kiesabbau?

"Normalerweise gibt es ein Gefällt zum Rhein hin", erklärt Hannsjörg Schuster. Werden Baggerseen ausgehoben, verändert sich das Strömungsverhalten. Sand und Kies werden für die Bauindustrie gewonnen.

Welche Bereiche sind besonders vom Grundwasser betroffen?

Die Probleme im Unterdorf von Gohr sind bekannt. "Die Braunkohlesümpfung macht sich bis Gohr bemerkbar", so Schuster. Hinzu kämen Feuchtgebiete wie Pletschbach und Norfbach. Es gibt sogar Monitorings, dass diese Gebiete nicht trockenfallen.

Kann das Grundwasserproblem in Gohr gelöst werden?

Reinhard Hauschild ist Leiter einer Arbeitsgruppe, die das Problem verhandelt. Diskutiert wird über ein Modell, die Grundwasserspitzen zu kappen. Rund eine Million Euro würde die so genannte Pumpenlösung kosten.

(NGZ)