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Dormagen: Currenta setzt Abfälle sinnvoll wieder ein

Dormagen : Currenta setzt Abfälle sinnvoll wieder ein

Im Chempark gibt es einen Entsorgungs-Kreislauf, bei dem Verbrennungsanlage, Kläranlage und Deponie beteiligt sind.

Es blubbert und schlägt Blasen – im Innern der zähflüssigen braunen Masse verrichten Bakterien ganze Arbeit: Im Belebungsbecken der mechanisch-biologischen Kläranlage im Chempark wird organisch belastetes Abwasser so zersetzt, dass nicht mehr viel von Stickstoffen, Phosphor und Schwermetallen übrig bleibt. Und dabei brauchen die wichtigen Bakterien ganz spezielle Bedingungen, wie Matthaeus Schmidt, Leiter der Kläranlage des Chemparks, lachend erklärt: "Das sind richtige Primadonnen: Stimmen Temperatur und Salzgehalt nicht, verweigern sie ihren Auftritt." Sind die Bedürfnisse der empfindlichen Bakterien allerdings berücksichtigt, sorgen sie dafür, dass nach dem mechanischen Herausfiltern von festen Bestandteilen und der biologischen Bearbeitung der Flüssigkeit, der sie Kohlenstoffe und Stickstoffe entziehen, nur noch Klärschlamm übrig bleibt, der zu 92 Prozent wiederverwertet wird. Der Rest, bzw. die nach der Verbrennung anfallende Asche, wird auf der Deponie in Rheinfeld entsorgt.

"Currenta gewährleistet eine sichere Entsorgung aller Abfallprodukte der eigenen Chemieproduktion und auch anderer chemischer Unternehmen", erläutert Hans Gennen, als Leiter des Geschäftsfeldes Umwelt seit knapp 16 Monaten Nachfolger von Walter Leidinger. Mit der Verbrennungsanlage, der Kläranlage und der Deponie biete der Chempark Dormagen einen Entsorgungs-Kreislauf mit Weiterverwertung von Energie und Wiederaufbereitung von Materialien. "Wir sind in der Lage, die bei der Verbrennung entstehende Wärme als Dampf für andere Chempark-Anlagen zu nutzen", erklärt Gennen, der verspricht: "Nichts, was gefährlich ist, verlässt den Standort."

In der Dormagener Verbrennungsanlage, bei der ein 13 Meter langer Drehrohrofen feste Abfälle, aber auch flüssige und gasförmige Stoffe aufnimmt und bei sechs Umdrehungen in der Stunde bei 1150 Grad Celsius verbrennt, entstehen 40 Tonnen Dampf in der Stunde. "Wir heizen hier nur mit Abfällen, vom Prinzip arbeiten wir wie ein Kraftwerk", sagt Hermann Freibeuter, Betriebsleiter der Verbrennungsanlage. Als Rückstand entsteht nur unbelastete Schlacke, ein glasartiges Material, das auf der Deponie zum Wege-Bau genutzt wird. Die Deponie Rheinfeld hat eine bisher bis 2023 errechnete Laufzeit. Ob dieses Datum Bestand hat und was danach kommt, ist beides fraglich, wie Gennen sagt: "Wir stellen fest, dass die Abfall-Volumina sinken, weil wir immer weniger Abfall produzieren, da unsere Anlagen immer effizienter werden und die Recycling-Kreisläufe verfeinert werden."

Die gereinigte Luft wird aus der Verbrennungsanlage durch einen 96 Meter hohen Schornstein ausgestoßen. "Wir sind sehr stolz auf unsere guten Emissionswerte", sagt Betriebsleiter Freibeuter. Das Waschwasser der Verbrennungsanlage landet im Klärbecken und wird dort weiter bearbeitet.

Es gibt auch ungewöhnlichen Abfall: Lithium-Ionen-Akkus werden verbrannt, da eine Öffnung der Batterien nicht ungefährlich wäre – und in der Schlacke die Wertmaterialien ohne Probleme herausgefiltert werden können. "Dieses Verfahren haben wir entwickelt", weist Gennen auf die Innovation hin: " So hilft die Entsorgung auch bei der Materialgewinnung."

(NGZ)