1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Currenta nutzt die NGZ zur Ausbildung: Zeitung macht fit

Dormagen : Currenta nutzt die NGZ zur Ausbildung: Zeitung macht fit

"News to Use" ist ein Leseprojekt der Neuß-Grevenbroicher Zeitung für Auszubildende. Das Unternehmen Currenta setzt es in Dormagen um.

Der Appetit kommt nicht nur beim Essen. Auch der regelmäßige Blick in eine Zeitung weckt den Bedarf nach mehr, meint Yannick. "Sachen, die einem anfangs nicht so interessant erscheinen, werden dann doch interessanter", beschreibt der 17-Jährige seine Erfahrung beim Lesen der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. In die guckt er nicht nur daheim. Peter-Josef Gerresheim, Ausbilder bei Currenta im Dormagener Chempark, hat Zeitunglesen auf Yannicks Lehrplan gesetzt. Der 17-Jährige gehört zu einer Gruppe von 44 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bei Currenta ein Jahr lang für den Einstieg in eine Ausbildung fit gemacht werden. Dabei nutzt das Unternehmen das Zeitungsprojekt "News to Use" der NGZ. "Das Projekt mit der Zeitung war ein Elfmeter", sagt Gerresheim. Verwandelt hat der Ausbilder diesen Elfmeter allerdings auf seine eigene Weise.

Bei "News to Use" spendieren Firmen und Betriebe ihren Auszubildenden ein Jahr lang die NGZ, bekommen die Lehrlinge alle 14 Tage Fragen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft, Politik und Kultur zugeschickt. Ihre Ausbilder erhalten die Fragen sowie Musterantworten. Ziel der Aktion: Die Auszubildenden setzen sich intensiv mit einer Tageszeitung und dem aktuellen Weltgeschehen auseinander, um so ihr Allgemeinwissen und ihre Lesefähigkeiten zu verbessern. Peter-Josef Gerresheim hat jedoch noch andere Nutzungsmöglichkeiten der Zeitung entdeckt: Bei ihm lesen die Azubis die NGZ, wählen Artikel aus, tragen den Inhalt in einer Gruppe vor und diskutieren über einen Artikel. "So lernt man, vor anderen frei zu sprechen und in einer Diskussion zu improvisieren", sagt der 17-jährige Fabian.

Komplizierte Sachverhalte durchdringen, Argumente abwägen, fair debattieren – solche Fertigkeiten ergänzen die Lernziele der einjährigen Berufsvorbereitungsmaßnahme; ein Angebot für Bewerber, die den erhofften Ausbildungsplatz nicht auf Anhieb ergattern, aber bei denen es durchaus Potenzial gibt, es im zweiten Anlauf zu schaffen. Um die Chancen zu verbessern, lernen die Teilnehmer Grundlagen der Arbeit im Labor und Metall-Bereich. Ein Berufsschullehrer büffelt mit ihnen unter anderem Mathe, Physik und Chemie, ein Kulturpädagoge bietet in einer "Kulturwerkstatt" die Möglichkeit, kreative Potenziale auszuloten. "Die Jugendlichen können ausprobieren, was zu ihnen passt und was ihnen liegt", sagt Gerresheim.

Bei 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer klappt es anschließend mit der Lehrstelle – etwa bei Currenta, Bayer, Lanxess oder in Betrieben außerhalb des Chemparks. Einige wechselten auch wieder auf die Schulbank – um einen höheren Abschluss zu machen.

Infos unter www.news-to-use.de

(NGZ/rl)