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Coronavirus in Dormagen: Weitere Schutzmaßnahmen gegen Corona-Gefahr

Weitere Schutzmaßnahmen in Dormagen : Corona - Rathaus-Zugang nur noch mit Termin

Die Stadt Dormagen trifft weitreichende Schutzmaßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Es finden keine Veranstaltungen mehr statt, und Einrichtungen werden geschlossen.

Nach der Absage aller städtischen Veranstaltungen und der Schließung von Kitas und Schulen bis zum 19. April hat die Stadt Dormagen nun weitere Schutzmaßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Coronavirus möglichst zu verlangsamen. Die gesamte Stadtverwaltung schließt ab Dienstag, 17. März, für den Publikumsverkehr. Behördengänge sind nur noch nach Terminabsprache – Einlass über den Haupteingang des Neuen Rathauses – möglich.

Ab sofort geschlossen sind auch sämtliche Kultureinrichtungen der Stadt: Stadtbibliothek, Musikschule, Volkshochschule, das gesamte Kulturhaus und die Kulturhalle. Zudem sind das Stadtbad „Sammys“ sowie alle Sportanlagen, Turnhallen und sonstigen städtischen Veranstaltungsräume von den Schließungen betroffen. Mit der Stadtbus GmbH und der Energieversorgung Dormagen (evd) schließen auch zwei Stadttöchter ab sofort ihre Kundencenter. Die Ausschuss- und Ratssitzungen sind bis auf Weiteres abgesagt.

Alle Bürger sowie Stadtbus- und evd-Kunden können sich mit Fragen, Sorgen und Nöten täglich von 8 bis 18 Uhr unter 02133 257-555 an die Bürgerhotline der Stadt wenden.

„Dormagen fährt runter. Das öffentliche, private und berufliche Leben, wie wir es aus unserem Alltag kennen, wird in den nächsten Wochen nicht mehr stattfinden“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Die Schließungen seien „nicht nur ein Gebot der Vernunft und die dringende Empfehlung aller Experten, sondern Ausdruck von Solidarität und Gemeinschaftssinn“, so Lierenfeld weiter: „Wir müssen gemeinsam versuchen, die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich zu halten.“ Damit das Gesundheitssystem nicht kollabiere, müsse die Ausbreitung verlangsamt werden: „Jeder von uns kann einen Teil dazu beitragen, indem er seine sozialen Kontakte so weit wie nur irgend möglich reduziert“, so Lierenfeld auf Facebook. Das sei nicht nur ein Gebot der Vernunft und die dringende Empfehlung aller Experten, sondern Ausdruck von Solidarität und Gemeinschaftssinn. „Und wenn unsere Stadt eines ausmacht, dann ist es unser Gemeinschaftssinn: Wir halten zusammen – gerade in schweren Zeiten“, sagt der Bürgermeister.

Er lege allen Veranstaltern nahe, nicht notwendige Veranstaltungen abzusagen – unabhängig von der Personenzahl. Die Stadt behalte sich vor, Veranstaltungen gegebenenfalls ordnungsrechtlich zu untersagen.

Bürgermeister Lierenfeld zeigt Verständnis für die Sorgen, die Wirtschaft, Einzelhandel und Gastronomie angesichts der zu erwartenden Umsatzeinbußen plagen. „Ich werde dem Stadtrat deshalb vorschlagen, dass wir Gebühren erlassen, und mich außerdem dafür stark machen, dass Bund und Land schnell durch zinslose Kredite unterstützen. Es stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel“, erklärt Lierenfeld. „Ob wir die Kitagebühren für den Zeitraum der Schließung erstatten, kann ich leider noch nicht sagen. Wir prüfen das aber selbstverständlich“, weist er auch auf finanzielle Auswirkungen der geschlossenen Kitas hin.

Bürger, die aufgrund ihres Alters oder sonstiger Gebrechen ihr Haus nicht verlassen können oder Hilfe benötigen, können sich ebenfalls an die Bürgerhotline unter 02133 257-555 wenden. Die Stadt wird mit Ehrenamtlern versuchen, im Alltag zu helfen – zum Beispiel mit Einkäufen. Wer helfen möchte oder Hilfe benötigt, kann sich auch per E-Mail an hilfe@stadt-dormagen.de wenden.

Bürgermeister Lierenfeld steht am Montag, 16. März, ab 15 Uhr live auf Facebook für Bürgerfragen zum Thema Coronavirus zur Verfügung. Außerdem informiert die Stadt auf www.dormagen.de/coronavirus im Internet.