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Coronavirus: Ein 77-Jähriger ist erster Infizierter aus Dormagen

Coronavirus in Dormagen : „Es wird jetzt nachgeforscht, wo sich der Mann angesteckt haben könnte“

Ein 77-Jähriger wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Stadt setzt weitere Schutzmaßnahmen und Schließungen durch. Veranstalter sagen weitere Termine ab. Die Tafel hat noch geöffnet.

Jetzt hat auch Dormagen seinen ersten Coronavirus-Fall: Nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes ist ein 77 Jahre alter Dormagener positiv getestet worden. Es gibt offenbar keine direkte Verbindung zu anderen Infektionsfällen. Ebenso ist der Betroffene kein Rückkehrer aus einem „Krisengebiet“. „Es wird jetzt nachgeforscht, wo sich der Mann angesteckt haben könnte“, erklärte Kreissprecher Benjamin Josephs. Zum Gesundheitszustand des Mannes machte er aus „Datenschutzgründen“ keine Angaben. Insgesamt gibt es in Dormagen laut Rhein-Kreis 45 Verdachtsfälle. Kreisweit sind es 428.

Derweil wird das öffentliche Leben in Dormagen immer weiter lahmgelegt. „Wir gehen noch einen Schritt weiter, um die Infektionsketten so gut es geht einzudämmen“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Es gibt weitreichende Beschränkungen durch die Stadt, dazu häufen sich Absagen von Veranstaltungen. Eine Übersicht:

Stadtbus Der öffentliche Personennahverkehr wird reduziert. Schulbusse fahren ab Mittwoch gar nicht mehr. Der Gesamtfahrplan wird ab Montag, 23. März, auf den Wochenend-Plan umgestellt, der Stadtbus fährt im 30-Minuten-Takt. Der Nachtexpress fährt dann nur noch bis 24 Uhr.


Schließungen Senioreneinrichtungen und Begegnungszentren werden ab sofort geschlossen. Trauungen sollen – wenn möglich – verschoben werden. Die Tourist-Info in Zons ist geschlossen, alle Führungen durch Zons werden abgesagt. Der städtische Mängelmelder wird nur noch bearbeitet, soweit die gemeldeten Mängel eine unmittelbare Gefahr darstellen. Auch Trauerhallen bleiben ab sofort geschlossen. Urnenbeisetzungen auf den städtischen Friedhöfen werden ab nächster Woche nur noch ohne Angehörige durchgeführt.

Hochzeiten Trauungen sollten, wenn möglich, verschoben werden, wie die Stadt an die Brautleute appelliert. Hochzeiten finden noch statt – mit höchstens zehn Personen.

Spielplätze Lierenfeld erklärte: „Wenn Spielplätze völlig überfüllt sind und sich die Menschen dicht an dicht durch den Tannenbusch schieben, dann werden wir auch diese Orte schließen.“ Da komme es auf das Verhalten des Einzelnen an, damit das nicht nötig werde.


Tafel Die Dormagener Tafel hat noch geöffnet und auch noch genug Lebensmittel, wie die Vorsitzende Claudia Manousek auf Anfrage mitteilt: „Wir entscheiden das von Tag zu Tag. Solange unsere Ehrenamtler noch kommen, arbeiten wir.“ Allerdings werden seit Montag die Kunden nur noch einzeln hereingebeten. „In den Schlangen bitten wir um einen Meter Abstand. Dadurch verlängert sich natürlich die Ausgabe“, erläutert sie. Die Tafel-Jahreshauptversammlung am 19. März wurde abgesagt.


Kirchen Nach der Absage aller Gottesdienste und Gruppentreffen im Erzbistum Köln lässt Pfarrer Peter Stelten alle fünf Kirchen in der Pfarre St. Michael Dormagen-Süd täglich von 12 bis 16 Uhr zum Gebet öffnen: St. Michael, St. Katharina Hackenbroich, St. Martinus Zons, St. Maria vom Frieden und Zur Heiligen Familie Horrem.


Tierheim Seit Montag bleibt das Tierheim Dormagen für Besucher und Gassigänger geschlossen. „Da die Versorgung unserer Tiere an erster Stelle steht, müssen wir dafür Sorge tragen, dass wir Tierpfleger gesund und leistungsstark bleiben“, erklärt das Tierheim-Team. Wer Interesse an einem Tier hat, sollte telefonisch einen persönlichen Termin festlegen. Spenden können vor der Tür abgestellt, Fundtiere weiterhin abgegeben werden.

Krankenhaus Das Rheinland-Klinikum Dormagen empfiehlt Schwangeren, nur dann ins Krankenhaus zu kommen, wenn dies medizinisch erforderlich ist. „Die freie Anmeldesprechstunde im Kreißsaal haben wir bis auf Weiteres ausgesetzt.“ Die Hebammen stehen telefonisch für die Anmeldung zur Geburt und Fragen rund um Schwangerschaft und Entbindung zur Verfügung: 02133 662690. Dort können sich Schwangere auch melden, wenn sie Beschwerden haben oder Wehen einsetzen.

Rathaus-Galerie Nach Angaben des Geschäftsführers des Galerie-Betreibers ILG in München, Gernot Falk, gebe es eine „Krisen-Kommunikation“. Klar sei, dass dort die Geschäfte für den täglichen Bedarf (z.B. Aldi) geöffnet bleiben. Um zu verhindern, dass möglicherweise Schüler die Galerie zu ihrem Treffpunkt machen, gibt es klare Anweisungen an den Sicherheitsdienst, diese dann freundlich, aber bestimmt aufzufordern, die Mall zu verlassen.