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Coronavirus Dormagen: So trotzen die Chemieunternehmen Corona

Die Epidemie in Dormagen : So trotzen die Chemieunternehmen dem Coronavirus

Die großen örtlichen Firmen arbeiten ständig an der Verringerung des Ansteckungsrisikos.

„Als Team zusammenstehen, aber Abstand halten“: Auf diesen Nenner lässt sich die Videobotschaft bringen, die Geschäftsführer Günter Hilken und Betriebsratschef Detlef Rennings vom Chempark-Betreiber Currenta den Mitarbeitern des Unternehmens vor dem Hintergrund der Corona-Krise überbrachten.

Die Situation ändere sich stündlich, teilten Hilken und Rennings mit – eine Erfahrung, die in diesen Tagen jeder machen muss. Deshalb können Maßnahmen, die gerade erst als ausreichend erachtet wurde, schnell überholt sein. Bei den großen Unternehmen der chemischen Industrie in Dormagen und dessen Nachbarschaft wird zurzeit beständig daran gearbeitet, die Ansteckungsrisiken zu verringern und die Vorbeugemaßnahmen zu verbessern.

Bei Currenta arbeite etwa ein Drittel der Belegschaft im Homeoffice, berichtete Unternehmenssprecher Mathias Scheithauer am Donnerstagnachmittag. An den Arbeitsplätzen in den Chemparks in Dormagen, Leverkusen und Krefeld seien Reinigung und Desinfektion verstärkt worden, die Raumnutzung sei zum Teil verändert worden, damit die Mitarbeiter möglichst weit voneinander tätig sein können. Denkbar ist, dass es darüber hinaus an den Eingangstoren der Chemparks zu weiteren Maßnahmen kommt. „Wir denken von Tag zu Tag“, sagt Scheithauer. Stand Donnerstagnachmittag seien neun Personen, die in Verbindung zu einem Chempark stehen, positiv auf das Virus getestet worden, davon niemand aus Dormagen. „Keine dieser Personen hatte zuvor einen der Chemparks betreten“, betonte Scheithauer. Bei Currenta können Beschäftigte auch via firmeneigenem Intranet Fragen zum Virus stellen, die dann möglichst schnell von Fachleuten beantwortet werden.

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Auch bei Covestro hat man sich auf die dramatisch veränderte Situation eingerichtet. Ein Teil der Belegschaft arbeite zu Hause, zudem würden verschärfte Sicherheits- und Hygienevorkehrungen in den produktionsnahen Bereichen gelten – bzw. dort, wo die Anwesenheit der Beschäftigten erforderlich sei. Der direkte Austausch zwischen den Beschäftigten sei auf ein Minimum reduziert worden, hieß es. Für Dienstreisen hatte es schon vor einiger Zeit Beschränkungen gegeben.

Homeoffice sowie besondere Hygiene- und Verhaltensregeln gibt es auch bei Lanxess. In der Zentrale in Köln wurde für die Nutzung der Kantine eine Art Schichtsystem eingeführt, damit sich die Mitarbeiter beim Essen besser verteilen und der persönliche Kontakt auf ein Minimum begrenzt bleibt. Im Betriebsrestaurant von Bayer ist keine Selbstbedienung mehr gestattet.

Ineos setzt auf folgende Vorkehrungen: Bürobeschäftigte arbeiten von zu Hause aus, an den Arbeitsplätzen im Werk gilt eine Abstandsregel von mindestens einem Meter, Besuche in Anlagen und Büros sind eingeschränkt worden, alle zurzeit nicht unbedingt notwendigen Arbeiten in den Anlagen werden verschoben, Gruppenveranstaltungen sind abgesagt. Und: Bei Ineos gibt es einen Krisenstab, der sich nach Unternehmensangaben eng mit dem Krisenstab des benachbarten Chempark Dormagen abstimmt. „Wir wissen nicht, wie sich die Lage weiterentwickelt. Insofern können wir die Situation auch nur von Tag zu Tag bewerten und entsprechend reagieren“, heißt es auf der Internetseite von Ineos.