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Coronakrise in Dormagen: Nievenheimer Prinzenpaar froh über Solidarität

Corona-Krise in Dormagen : Narrenherrscher froh über Solidarität

Das Nievenheimer Prinzenpaar Bernd und Sonja Todtenhöfer über die Session, in der der Zug zwei Mal abgesagt werden musste.

Erst wegen Sturm verschoben, dann wegen Corona abgesagt: Für die Nievenheimer sollte es in dieser Session keinen Karnevalszug geben. Das Nievenheimer Prinzenpaar der KG Blau-Weiß „Löstige Jonge“, Sonja und Bernd Todtenhöfer, ist rückblickend dennoch rundum zufrieden mit der Karnevalssaison.

Wie fühlt es sich an, dass der Karnevalszug durch Nievenheim und Ückerath in dieser Narrensession gar nicht stattfinden konnte?

Bernd Todtenhöfer Wir waren alle sehr traurig, aber Sicherheit und Gesundheit gehen natürlich vor. Als wir zunächst am Karnevalssonntag, als der Zug stattfinden sollte, mit dem Ordnungsamt und den restlichen Beteiligten zusammen standen und uns mitgeteilt wurde, dass der Zug aufgrund des Sturms nicht stattfinden könne, war das schon eine bittere Erfahrung. Der Kopf weiß zwar, die Entscheidung ist richtig, aber man kann nicht vermeiden, dass man trotz allem etwas enttäuscht ist. Bei dem Nachholtermin für Ende März haben wir dann schon ein paar Tage vor der offiziellen Absage, die am 11. März beschlossen wurde, damit gerechnet, dass aus dem zweiten Anlauf wohl ebenfalls nichts wird. Denn es wurde bereits bekannt gegeben, dass der Nachholtermin in Neuss wegen der Corona-Krise gestrichen würde. Und wenn der Zug in Neuss ausfällt, warum sollte er dann in Nievenheim stattfinden? Das ist natürlich auch verständlich. Denn beim Karneval stehen Spaß und Freude an erster Stelle, aber Corona ist eine ernste Sache. So schön Karneval auch ist, es gibt Wichtigeres.

Sonja Todtenhöfer Nach der ersten Absage haben wir uns dennoch zunächst alle noch auf den Nachholtermin gefreut. Anstatt beim Karnevalszug Kamelle zu werfen, haben wir dann im „Saal Robens“ gemeinsam gefeiert. Da haben wir noch Witze darüber gerissen, dass die „After-Zug-Party“ nun mit Blick auf den Nachholtermin die „Before-Zug-Party“ sei. Rückblickend war es nun eher die „Ohne-Zug-Party“.

Wie ist die Reaktion der Nievenheimer ausgefallen?

Sonja Todtenhöfer Die waren schon ziemlich traurig darüber, dass der Karnevalshöhepunkt ausgefallen ist. Alle hatten sich schon sehr darauf gefreut! Der Zug ist ja nicht nur für uns als Prinzenpaar ausgefallen, sondern auch für all die Gruppen, die mitgelaufen wären und sich dafür etwas Tolles überlegt hatten. Nichtsdestotrotz bringen die Menschen auch viel Verständnis für die Absage auf und zeigen sich sehr solidarisch.

Was passiert jetzt mit der übriggebliebenen Kamelle?

Bernd Todtenhöfer Die Kamelle aus unserem Prinzenwagen verteilen wir jetzt nach und nach an die Kinder in unserem häuslichen Umfeld, an die Tafel und das Haus der Lebenshilfe, in dem Menschen mit Behinderung wohnen und betreut werden. Denn in Nievenheim sind wir alle sehr verknüpft und versuchen, uns gegenseitig so gut es geht zu unterstützen. Aufgrund der aktuellen Lage achten wir natürlich darauf, so wenig Kontakt wie möglich mit anderen zu haben. Beim Umfüllen der Kamelle tragen wir sicherheitshalber auch Handschuhe. Und wenn wir die Kamelle an Nachbarn verschenken, rufen wir dort vorher an, um Bescheid zu geben und legen die Sachen dann vor die Tür. Die freuen sich alle riesig über die Geschenke! Wir bekommen im Nachhinein sogar Videobotschaften oder Telefonanrufe, mit denen sich die Leute bedanken und die Kinder vor Begeisterung toben!

Wie ist die Solidarität der anderen Karnevalsgesellschaften mit Ihnen?

Bernd Todtenhöfer Die haben natürlich alle sehr viel Verständnis für uns. Unsere Nievenheimer Schwesterngesellschaft KG Rot-Weiß Ückerath hat uns schon persönlich mitgeteilt, wie leid es ihr tut, dass der Zug ausfallen musste. Die können gut nachvollziehen, dass uns da etwas fehlt. Außerdem war es eine tolle Erfahrung, als Nievenheimer Prinzenpaar beim Rosenmontagszug in Gohr dabei zu sein. So durften wir dann trotz allem ein wenig den Karnevalszug genießen. Aber der große Umzug durch Nievenheim und Ückerath blieb natürlich aus. Sollte Karneval im nächsten Jahr stattfinden – man weiß es ja wegen der Corona-Krise nicht so genau – werden wir auf unserem Prinzenwagen der Garde Civile die Möglichkeit bekommen, dort als Ehrengäste mitzufahren.

Wie bewerten Sie trotz ausgefallenden Zuges die vergangene Karnevalssession? Was war das Highlight für Sie?

Sonja Todtenhöfer Es war insgesamt eine sehr schöne Karnevalssession mit vielen tollen Momenten für uns beide! Das erste Highlight war sicherlich die Proklamation am 16. November. Es waren aber so gut wie alle Veranstaltung für uns etwas Besonderes. Vor allem war es toll, die anderen Tollitäten kennenzulernen und die meisten von Ihnen bei den wiederkehrenden Veranstaltungen regelmäßig wieder zu treffen.

Bernd Todtenhöfer Zuvor waren wir beide eher passive Mitglieder in der KG. Daher war es umso schöner, den Karneval in dieser Session aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Das ist echt eine tolle Erfahrung, wenn man als Prinz und Prinzessin in den Raum kommt, bejubelt und gefeiert wird. Das gibt einem einen Adrenalinkick sondergleichen. Das ist echt unvorstellbar! Auch wenn die Session ohne den Karnevalszug etwas unvollständig war, möchten wir sie auf keinen Fall missen. Daher möchten wir uns bei allen, die uns begleitet, unterstützt, beraten und natürlich auch mit uns gefeiert haben, für diese wunderbare Zeit bedanken!

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