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Corona-Krise in Dormagen: Stadt sperrt an Ostern Zons für Besucher

Corona-Krise in Dormagen : Stadt sperrt an Ostern Zonser Altstadt für Besucher

Wegen der zu erwartenden Menschenmassen greift die Stadt Dormagen durch: Die Altstadt und die Parkplätze werden für Nicht-Zonser gesperrt.

Das angesagt schöne Wetter und die Erfahrungen der vergangenen Tage haben den Krisenstab der Stadt Dormagen zu einer außergewöhnlichen Maßnahme in der Corona-Krise bewogen: Die Stadt sperrt über das Osterwochenende wegen des zu erwartenden hohen Touristenandrangs die historische Zonser Altstadt. Von Karfreitag, 10. April, bis einschließlich Ostermontag, 13. April, gilt diese Sperrung für touristisch motivierte Besucher.

„Die Altstadt ist ein Touristenmagnet, jährlich besuchen mehr als 500.000 Menschen die teilweise sehr engen Gassen. Die Einhaltung der Mindestabstände ist ohnehin schon schwierig – bei großem Andrang steigt das Infektionsrisiko“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld. „Auch die rund 500 Bewohner der Altstadt müssen in ihrem Wohnumfeld mal an die frische Luft gehen können. Genau dafür sorgen wir durch die Sperrung“, so Lierenfeld weiter. Das Ziel sei klar „der Schutz der Bewohner der Altstadt“, so der Bürgermeister auch beim Facebook-Live-Chat am Mittwoch Abend. Er habe sich selbst am Samstag und Sonntag in der Altstadt ein Bild von der Situation gemacht.

Neben Kontrollen an den Zugängen zur Altstadt weisen die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes gemeinsam mit der Polizei bereits an den Zufahrten nach Zons (Aldenhovenstraße am Kreisverkehr zum Märchenviertel, Oberstraße in Stürzelberg in der Höhe der Aloysiusstraße sowie an der Schloßstraße und dem Herrenweg) auf diese Sperrung hin. Auch am Urdenbacher Rheinufer wird den Nutzern der Fähre nach Zons das Betretungsverbot der Altstadt mitgeteilt.

Die Bewohner der Zonser Altstadt, deren Besucher sowie Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen können die Absperrungen jederzeit passieren. „Das Verbot gilt nicht nur für Touristen, sondern auch für alle anderen Dormagener, die mit touristischem Ziel in die Altstadt wollen“, bekräftigte Lierenfeld im Facebook-Chat. Erlaubt sei, auf dem Deich spazierenzugehen, etwas abzuholen oder zu liefern und Verwandte oder Freunde aufzusuchen. „Ich will keinem die Altstadt wegnehmen, aber Rücksichtnehmen ist angesagt: Die Altstadt ist kein Freilichtmuseum, dort wohnen Leute“, so der Bürgermeister.

Wer sich nicht an das Verbot hält, für den wird es teuer: Verstöße gegen das Betretungsverbot werden mit 250 Euro Bußgeld geahndet. Das Ordnungsamt der Stadt wird die Einhaltung dieser Sperrung kontrollieren. Die Parkplätze rund um Zons werden ebenfalls nur für Nicht-Touristen geöffnet, so die Stadt.

„Ich weiß, dass die Altstadt-Sperrung eine drastische Maßnahme ist. Sie ist mir auch nicht leicht gefallen. Aber der Infektionsschutz steht derzeit an allererster Stelle“, sagt Bürgermeister Lierenfeld. „Und leider reichen Appelle nicht aus, um den Bewohnern genügend Bewegungsfreiheit in ihrem direkten Wohnumfeld zu ermöglichen.“

Der Dormagener Verwaltungschef bittet alle Bürger abermals, für Spaziergänge oder Sport nicht mit dem Rad oder Auto an weiter entfernte Orte zu fahren: „Versuchen Sie bitte im Interesse aller Dormagener, solche Aktivitäten in Ihrem Wohnumfeld zu unternehmen. Jetzt ist nicht die Zeit für Reisen oder Ausflüge!“ Das gilt auch für Besucher aus anderen Städten, die einen Oster-Ausflug nach Zons geplant hatten.