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Corona in Dormagen: Restaurants und Cafés freuen sich auf den Neustart

Gastronomie in Dormagen : Für Fassbier muss zusätzliche Ausstattung her

Räume mit dem Zollstock vermessen, Waren und Material bestellen: Das Wochenende nutzen Wirte und Cafébetreiber in Dormagen zur Vorbereitung auf die Rückkehr der Gäste nach der Corona-Zwangspause.

Einfach ist anders. Erst vor wenigen Monaten war Tanja Pauli mit ihrem „Café an der Kö“ (ehemals „Café Toni) in die Selbständigkeit gestartet. Doch nach kurzer Zeit musste sie bereits den ersten Rückschlag in Form eines Einbruchs verkraften – und dann legte Corona alles lahm. Umso erleichterter ist sie, dass sie ab Montag wie die anderen Gastronomiebetriebe in Dormagen wieder öffnen darf. Am Freitag war sie mit den organisatorischen Vorbereitungen beschäftigt. „Wir laufen hier mit dem Zollstock durchs Café, damit wir die Tische im richtigen Abstand von mindestens 1,50 Metern aufstellen können“, erklärte Pauli. Im Innenbereich bleibt noch Platz für etwa 24 bis 28 Personen, draußen auf der Terrasse für zwölf bis 16, schätzte sie. Ihren Kunden ist das zurückkehrende Leben im Café nicht entgangen. „Einige haben gleich reserviert. Das macht mir Mut“, sagt die Gastronomin.

In den Startlöchern steht auch Paulis Kollege Frank Lemke, Betreiber der Caféserie Lemke am Paul-Wierich-Platz. Er orientierte sich bei den Vorbereitungen auf Montag an den Richtlinien, die er sich über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) besorgt hatte. Es gibt einiges zu beachten, Lemke zählt ein paar Beispiele auf: „Keine Zuckerstreuer auf den Tisch, die Speisekarten werden regelmäßig ausgetauscht, wir halten ausreichend Desinfektionsmittel bereit.“ Sein Team rüstet er mit Klarsicht-Mundschutz aus, „damit unsere Gäste unsere Mitarbeiter auch richtig erkennen können“. Ein Vorteil seines Betriebes ist dessen Größe: Lemke will die obere Etage nutzen und kann die Gäste zudem auf Erdgeschoss und Außenbereich verteilen. Gefreut hat er sich über das Entgegenkommen der Stadt. „Draußen darf ich die auseinandergerückten Stühle etwas über unseren eigenen Bereich hinaus aufstellen.“

Boris Orschel will „Manes am Bösch“ erst Mittwoch öffnen. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Erst am Mittwoch will Boris Orschel wieder die Türen öffnen. Der Betreiber von „Manes am Bösch“ in Ückerath fürchtet, dass es am Montag zu Lieferengpässen kommt. Wenn es nach ihm gegangen wäre, wäre stärker auf die Eigenverantwortung der Gäste gesetzt worden. Denn die Vorschriften mit Abstandsregeln, speziellen Laufwegen etc. liefen dem zuwider, was Gastlichkeit im Kern ausmache: „Freundlichkeit, Gastfreundschaft und vor allem Kontakte.“ So gehe es eher um Essensversorgung, „das ist mir eigentlich zu wenig. Er hofft, dass seine Stammgäste die Einschränkungen akzeptieren.

Carina Siepen vom „Haus Piwipp“ in Rheinfeld hat Getränke geordert und Einkäufe gemacht, um am Montag um 11 Uhr wieder öffnen zu können. „Außerdem haben wir eine extra Gläserspülmaschine gekauft, weil wir auf Fassbier nicht verzichten möchten, den Gästen aber auch bei hoher Temperatur gespülte Gläser bieten wollen“, sagt sie. Die restlichen Getränke will sie in Flaschen mit Strohhalmen ausgeben.