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Coatema Dormagen meistert den Strukturwandel

Strukturwandel in Dormagen : Coatema ist erfolgreich in der Nische

Das Beschichtungsunternehmen an der Roseller Straße behauptet sich mit 48 Mitarbeitern global – mit Spezialisierung, maßgeschneiderten Entwicklungen und sinnvollen Kooperationen. Unlängst erhielt es einen Innovationspreis.

Strukturwandel? „Damit beschäftigen wir uns schon seit gut 20 Jahren“, sagt Thomas Kolbusch. Für den Prokuristen und die übrigen Beschäftigten der an der Roseller Straße in Dormagen beheimateten Firma Coatema sind beständige Veränderungen ganz normal. Das Unternehmen ist Spezialist für alle Formen des Beschichtens, Druckens und Laminierens – und international aktiv. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Coatema stets auf der Höhe der Zeit sein – oder dieser sogar ein Stück weit voraus. Zumal die Dormagener mit aktuell 48 Mitarbeitern nicht gerade zu den „Riesen“ der Branche gehören.

„Aber wir haben unsere Nische gefunden“, erklärt Kolbusch, warum die 1974 von Herbert Giessmann gegründete Firma sich auf dem Weltmarkt behaupten kann und nicht nur in Europa Kunden findet, sondern auch in Asien und Nordamerika. Diese Nische sind Anlagen, die passgenau auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden. Für große Märkte sind diese Prozesse in der Regel oft zu komplex und die Maßstäbe zu klein, zudem müssen Entwicklungen sehr schnell gehen. Für Coatema ist das kein Problem: Im hauseigenen Technikum am Firmensitz wird von klein auf groß „skaliert“, wie Kolbusch es nennt. Bedeutet: Die Technik wird zunächst im Miniaturrahmen erprobt (die Kunden kommen mit kleinen Mustern) und dann Schritt für Schritt an reale Produktionsbedingungen angepasst.

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Der Ursprung dieser Verfahrensweise lag in einer Ende der 1990er Jahre vom heutigen Geschäftsführer Andreas Giessmann entwickelten Pilotanlage, die als Erstes vom Automobilbauer Daimler für die Herstellung der Beschichtung von Brennstoffzellen benutzt wurde. Das Projekt öffnete die Tür zur Erschließung neuer Märkte. Standen in der Anfangszeit Textilien mit Eigenschaften wie modisch und schützend im Mittelpunkt bei Coatema, gehe es heute besonders um Funktionen wie leitfähig oder leuchtend, sagt Thomas Kolbusch. Stark ist Coatema nach seinen Angaben mittlerweile in den Bereichen erneuerbare Energien (Brennstoffzellen, sogenannte gedruckte Solarzellen, Lithium-Ionen-Batterien) sowie im Medizin- und Pharmabereich.

Ein Pfund ist die Vielseitigkeit der Mitarbeiter im Unternehmen. Zum Coatema-Team gehören Maschinenbauer, Chemiker, Physiker; der Konstruktionsleiter hat außerdem ein Faible für Design. Ein Vorteil für alle: Die Entscheidungswege sind kurz. Altersmäßig ist die Belegschaft bunt gemischt. Die Frische der Jüngeren und die Erfahrung der Älteren in Kombination sind dem Unternehmenserfolg förderlich, ist Prokurist Kolbusch überzeugt.

Nichtsdestotrotz pflegt Coatema auch zahlreiche Partnerschaften, um die Dauerherausforderung Strukturwandel zu stemmen. „Der Netzwerkgedanke wird immer wichtiger“, betont Kolbusch. Auf internationaler Ebene besteht zum Beispiel eine Kooperation mit einem Start-up aus Finnland, auf nationaler arbeitet Coatema mit 25 Fraunhofer-Instituten zusammen (die Fraunhofer-Gesellschaft fördert angewandte Forschung). Nicht zu unterschätzen sind die Mitstreiter in unmittelbarer Umgebung. „Wir haben auch Partner im Rhein-Kreis Neuss“, sagt Kolbusch.

Was Coatema leistet, hat sich herumgesprochen. Kürzlich erhielt die Firma eine Auszeichnung vom Netzwerk Zukunft durch Innovation (zdi), für den Zeitraum April 2017 bis März 2020 gewährte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Projektförderung in Höhe von bis zu 350.000 Euro. Und auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart interessiert sich für das Konzept von Coatema: Er hat für den 20.Juli seinen Besuch vor Ort an der Roseller Straße in Dormagen angekündigt.