City-Offensive arbeitet mit Anwalt an der Selbstauflösung

Dormagen : City-Offensive arbeitet mit Anwalt an der Selbstauflösung

Die CiDo lebt! Zumindest atmet die Werbegemeinschaft City-Offensive Dormagen noch, auch wenn viele in der Dormagener Innenstadt das Gegenteil behaupten. Unter ihrem Dach laufen die Vorbereitung für die Mitorganisation an dem großen und äußerst beliebten Michaelismarkt, der am letzten Wochenende im September zig-Tausende in die Innenstadt holen wird.

Zuletzt ließ der Vorstand um den Vorsitzenden Robin Zur und Vize Erik Krüger mit einem deutlichen Statement zum Thema Barrierefreiheit aufhorchen - da ging es um die Treppe zwischen der Straße Unter den Hecken und der „Kö“, die inzwischen nur negative Schlagzeilen produziert.

Gleichwohl scheint das Ende der Werbegemeinschaft in ihrer jetzigen organisatorischen Form nur noch Formsache zu sein. Wie der stellvertretende Vorsitzende Erik Krüger gegenüber unserer Redaktion erklärte, wird hinter den Kulissen an der Auflösung gearbeitet, die vor wenigen Wochen noch knapp gescheitert war. „Wir werden die nächste Versammlung, die eine außerordentliche sein wird, mit einem Anwalt vorbereiten, der sich im Vereinsrecht auskennt“, kündigt Krüger. Er werde in dieser Woche Kontakt mit diesem „Kandidaten“ aufnehmen. Ob der dann auch bei der Versammlung dabei sein wird, ist offen. Krüger tendiert dazu, sich im Vorfeld alle relevanten Fragen beantworten zu lassen, um dann in der Zusammenkunft Rede und Antwort stehen zu können. Das war mit der entscheidende Punkt, warum die Auflösung beim letzten Mal nicht gelang - es fehlte nach einer langen Diskussion eine Stimme: „Was ist im Zusammenhang mit dem Amtsgericht zu beachten? Was passiert nach einer Auflösung mit den Vereinsgeldern? Wie geht es weiter, wenn die Auflösung erneut scheitert?“ zählt der Vize-Vorsitzende drei zentrale Punkte auf, die auch von den Mitgliedern zuletzt angesprochen wurden. Antworten gab es dort keine, nur am Ende die Einsicht darin, dass alles hieb- und stichfest sein muss, um die Werbegemeinschaft auflösen zu können. Ohne rechtliche Absicherung gelingt dies nicht.

Und was kommt dann? Auf diese Frage hat auch Erik Krüger keine Antwort. „Ich kann nicht sagen, was die Alternative sein könnte. Vielleicht muss sich die CiDo auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, nämlich die Kaufkraft von Dormagen zu stärken, und insgesamt weniger Themen besetzen.“ Nach aktuellem Stand steht die florierende Mittelstadt Dormagen Ende des Jahres ohne Interessenvertretung von Händlern und Gastronomen der Innenstadt da. Eine Situation, die eigentlich niemand will. Auch nicht die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, bei der der Leiter des Stadtmarketings, Thomas Schmitt, unlängst noch betonte, wie unverzichtbar eine Institution wie die CiDo als Ansprechpartner sei.

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