Dormagen: City-Geschäfte stehen leer

Dormagen : City-Geschäfte stehen leer

Im Norden und Süden der Kölner Straße sind mehrere Ladenlokale verlassen, während im Zentrum das Geschäftsleben pulsiert. Doch neue Mieter bedeuten nicht gleich eine Bereicherung für den Branchen-Mix.

Dem Einkaufserlebnis auf der Kölner Straße wird eine große Auswahl geboten. Rund 150 Geschäfte sind dort ansässig. Für eine Stadt dieser Größenordnung ein umfangreiches Angebot. Am Markttag herrscht reges Treiben. Die Außengastronomie im Zentrum wird bei gutem Wetter gerne angenommen. Doch das Tor zur Dormagener "Kö" — genauer gesagt beide Eingänge im Norden und Süden trüben das positive Bild. Leerstände reihen sich aneinander. Schaufenster sind mit Packpapier abgeklebt oder mit Gittern verbarrikadiert. Die NGZ hat bei einem Bummel über die Kölner Straße zehn verlassene Ladenlokale gezählt. "Das ist nicht Besorgnis erregend angesichts der großen Zahl an Geschäften", sagt die Wirtschaftsförderin der Stadt, Gabriele Böse. Teilweise würden gerade Mieterwechsel stattfinden. Eine zu starke Fluktuation im örtlichen Einzelhandel erkenne sie vor diesem Hintergrund aber nicht. "Die Eröffnung der Galerie Alte Post zeigt zudem", so die Wirtschaftsförderin weiter, "dass der Einzelhandel gute Entwicklungsmöglichkeiten im Stadtzentrum sieht."

Insbesondere im Norden und Süden der Kölner Straße stehen einige Geschäfte leer. Foto: Hans Jazyk

In manchen Schaufenstern verlauten Schilder tatsächlich, dass hier bald ein neuer Mieter einzieht —zum Beispiel ein Friseur. "Wir haben im näheren Umfeld bereits vierzehn Friseure", sagt Stephan Thönneßen von der Buchhandlung Seitenweise. Für ihn ist das der Beweis für ein fehlendes Einzelhandelskonzept. Auch er wurde damals von Kunden gefragt, warum die Stadt eine weitere Buchhandelskette an der Kölner Straße überhaupt zulasse. Aber die Stadt kann die Belegung der Geschäfte kaum beeinflussen. "Wir versuchen, Kontakt mit den Eigentümern aufzunehmen", sagt Gabriele Böse. Doch es ist grundsätzlich schwer, die Vermieter an einen Tisch zu bekommen.

Das Zentrum der Haupteinkaufsstraße pulsiert dagegen weitestgehend. Foto: Hans Jazyk

Das ist allerdings kein typisches Dormagener Problem. Für die Eigentümer gilt meist, möglichst schnell einen Nachfolger zu finden, der ihre Mieten bezahlt.

Der Leerstand in den Randgebieten ist für Frank Lemke, neuer Vorsitzender der Werbegemeinschaft Stadt Dormagen (WSD), ein lange bestehendes Problem. Er setzt seine Hoffnung auch in die Galerie "Alte Post". "Damit wurde ein Schritt gewagt. Vielleicht entwickelt sich daraus im Umfeld mehr", erklärt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Das geplante Fachmarktzentrum auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände sollte auch den Süden der "Kö" wieder stärker beleben. Doch Zweifel kamen auf, je näher die Umsetzung rückte. Der Planungsausschuss entschied auf seiner jüngsten Sitzung, den Bebauungsplan zwar nicht zu kippen, aber ein neues Gutachten hinzuzuziehen. Es soll nun klären, ob sich das Zentrum mit dem Einzelhandel der Innenstadt verträgt.

(NGZ)
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