Dormagen: CiDo-Vorstand tritt geschlossen zurück

Dormagen : CiDo-Vorstand tritt geschlossen zurück

Nicht nur Vorsitzende Michaela Jonas, auch alle anderen sechs Vorstandsmitglieder der Werbegemeinschaft treten zurück - zum 31. Juli. Bei der Mitgliederversammlung am 10. Juli geht es auch um eine mögliche Auflösung des Vereins.

Stadtfeste mit verkaufsoffenen Sonntagen und Aktionen wie eine plastiktütenfreie City könnten bald nicht mehr von der Werbegemeinschaft "City-Offensive Dormagen (CiDo) organisiert werden, da die Zukunft des Vereins in der Schwebe ist. Denn gestern wurden die 65 Mitglieder der CiDo darüber informiert, dass alle sieben Vorstandsmitglieder geschlossen zum 31. Juli zurücktreten. "Auch ich trete mit dem Team zusammen zurück", erläutert Vorsitzende Michaela Jonas. Mitte Mai hatte die Mutter von zweijährigen Zwillingen angekündigt, ihre bis 2018 dauernde Amtszeit "aus persönlichen Gründen" zum 30. Juni zu beenden.

Noch am Montag hatte der Vorstand sich beraten. "Die Vorstandsmitglieder stehen nach den aktuellen Erklärungen nicht zur Wiederwahl zur Verfügung", fasst Jonas zusammen. Dem Vorstand gehören noch an: Stellvertreter Dirk Reißer, Schatzmeisterin Nina Eichhorn, Schriftführer Guido Schenk, die Beisitzer Axel Güttler, Heinz Kuboth und Heinz Reusrath. "Bislang gibt es keine Interessenten für die Nachfolge", sagt sie. Nur Reusrath überlege, ob er noch mal kandidiere.

Es wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung der CiDo am 10. Juli um 19.30 Uhr im Höttche geben. Die Tagesordnung wird neben dem Punkt Neuwahlen zum Vorstand auch eine mögliche Auflösung des Vereins beinhalten. Es sei zu überlegen, ob die CiDo noch zeitgemäß sei und ob die Geschäftsleute noch Interesse hätten: "Mangelnde Solidarität der Geschäftsleute und mangelnder Zusammenhalt sprechen dagegen", so Jonas im Mitgliederschreiben. Sie hoffe trotzdem auf neue Interessenten für Vorstandsämter. Sonst rege sie einen vereinsunabhängigen Beirat an, der die Interessen vertrete.

Immer wieder hatte sie Widerstände und fehlendes Engagement der Gewerbetreibenden beklagt. Auch hatte sie um mehr Mitglieder geworben: Von den rund 170 Einzelhändlern an der Kölner Straße sind knapp 40 Mitglied in der CiDo.

Eine Auflösung der Werbegemeinschaft wäre "die schlechteste Lösung, allerdings können wir keine Vorständler herbeizaubern", erklärt Michael Bison. Der Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Dormagen (SWD) betont, dass eine starke CiDo ein guter Partner für die SWD bei den Stadtfesten und anderen Aktionen sei: "Die Konzepte haben wir gemeinsam entwickelt, den Part der CiDo können wir aber nicht mitübernehmen, schon gar nicht als Sprachrohr der Händler", beugt er Begehrlichkeiten vor.

Auch Bürgermeister Erik Lierenfeld erinnert daran, dass die CiDo ureigene Interessen der Einzelhändler, Gastronomen und vieler weiterer Gewerbetreibender in der Innenstadt verfolge: "Es liegt an den Betroffenen, ob diese Interessen auch künftig noch wahrgenommen werden." Die Stadt habe dazu in der Vergangenheit schon enorme Unterstützung geleistet, wie Lierenfeld betont. Ohne Händler-Einsatz gehe es nicht: "Das eigene Engagement der Innenstadtakteure zur Stärkung des örtlichen Einzelhandels kann die Stadt nicht ersetzen."

(NGZ)
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