Barrierefreiheit in Dormagen: CiDo fordert Aufzug für kaputte Treppe

Barrierefreiheit in Dormagen : CiDo fordert Aufzug für kaputte Treppe

Die Politik berät am Donnerstag und nächste Woche über die Sanierung der maroden Treppe an der Straße Unter den Hecken.

Für viele Dormagener ist die Treppe, die die Straße Unter den Hecken mit der Kölner Straße verbindet, ein echtes Ärgernis. Seit Jahren ist sie marode, wird geflickt und wenig später brechen wieder große Stücke heraus. Das ist nicht ungefährlich, wenn gerade Kinder und Ältere dort entlanggehen und nicht genügend Halt finden. Jetzt endlich soll es eine durchgreifende Verbesserung geben. So schlägt die Stadt eine umfangreiche Sanierung vor. Damit ist die Werbegemeinschaft City-Offensive Dormagen (CiDo) nicht einverstanden. Sie plädiert vielmehr für einen Aufzug an dieser „Sparkassen-Treppe“ und argumentiert mit Barrierefreiheit. Jetzt müssen die Mitglieder des Hauptausschusses am Donnerstag sowie die des Betriebsausschusses am Dienstag, 3. Juli, darüber befinden.

Anfang des Jahres hatte es auf dieser Treppe einen folgenschweren Unfall gegeben. Dort war eine Frau zur Wochenmarktzeit an der schadhaften Treppe so unglücklich gestürzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Dort wurde ein Hüft- und Beckenbruch diagnostiziert. Im Krankenhaus habe es geheißen, dass der Sturz nicht der erste Unfall dort gewesen sei.

Die Stadt gibt an, dass sie zuerst den Sanierungsbedarf ermittelt und dann eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hatte, in der auch die Kosten ermittelt werden sollten. Die Ergebnisse hat die Verwaltung in einer Bewertungsmatrix gegenübergestellt und kommt darin zu dem Ergebnis, dass eine 1:1-Sanierung die beste Lösung ist. Die Integration eines Fahrstuhls hingegen wird aus Kostengründen abgelehnt: 219.352 Euro stehen 415.700 Euro gegenüber. Beim Einbau eines Fahrstuhls gebe es zwei Möglichkeiten: Rückbau der Treppenanlage zwischen Fahrstuhl und der Straße Unter den Hecken oder Teile der Treppenanlage müssen auf die Ebene der Rathauspassage angehoben werden. In beiden Fällen wird die Treppenanlage schmaler ausfallen. In ihrer Bewertungsmatrix führt die Stadt an, dass sie beim Bau eines Aufzugs von einem „gesteigerten Vandalismus“ ausgeht. Ein weiterer Nachteil wäre, dass die Rampe für Kinderwagen wegfallen würde. Zudem gebe es „bei Ausfall des Fahrstuhls erhebliche Einschränkungen“. Die jährlichen Wartungskosten für den Fahrstuhl lägen bei 4000 Euro.

Eine völlig andere Haltung vertritt die City-Offensive, die sich eindeutig für einen Aufzug dort ausspricht: „Nur so kann die Barrierefreiheit in der Innenstadt wirklich verbessert werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Erik Krüger. Eine Sanierung der bestehenden Treppe „ändert nichts daran, dass die steile Treppe für Rollstuhlfahrer oder Bürger mir Rollatoren und Kinderwagen ein fast unüberwindliches Hindernis bleibt“.

Krüger: „Ein Aufzug wäre eine zukunftsweisende Investition in die Infrastruktur der City. Jetzt kann die Politik in Dormagen zeigen, wie ernst sie es mit dem Thema Barrierefreiheit meint.“

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