Dormagen: Christuskirche feiert Gold-Jubiläum

Dormagen: Christuskirche feiert Gold-Jubiläum

Mit Konzerten, Festgottesdienst und Gemeindefest wurde am Wochenende die 50 Jahre alte Christuskirche gefeiert. Die liebevoll "Seelen-Abschuss-Rampe" genannte Kirche ist längst zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

"Die Christuskirche hat eine Marke im Himmel gesetzt." So formulierte es Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann gestern beim Gottesdienst zum 50. Bestehen der Kirche. "Die Leute waren damals gespalten, was die Architektur des Gebäudes betrifft", weiß Hoffmann. Bis heute mute das evangelische Gotteshaus futuristisch an. Als Wahrzeichen der Stadt sei es von Dormagen aber nicht mehr weg zu denken. "Eine Marke" in der Dormagener Skyline eben.

Auf eine Kirche mussten evangelische Christen in Dormagen lange warten. Zwar gab es seit Mitte des 19. Jahrhunderts Protestanten in Dormagen, die gehörten aber zur Kirchengemeinde Monheim. "Damals ging es mit dem Schiff zum Gottesdienst", sagte Presbyter Hartmut Belitz. Erst 1925 wurde Dormagens Kirchengemeinde selbständig, wenngleich pfarramtlich mit Monheim verbunden. Der erste eigene Pfarrer war Bernhard Voswinkel. Er kam im Jahr 1936. Die Gemeinde baute ein Pfarrhaus, Kindergarten und Grundschule. Am 23. April 1962 wurde dann auch der Grundstein für die lang ersehnte Kirche gelegt. Die "Seelen-Abschuss-Rampe" setzte sich im Architektenwettbewerb gegen 116 andere Entwürfe durch.

Doch nicht nur architektonisch, sondern auch im geistlichen Sinne soll die Kirche eine "Marke im Himmel" setzen. Gestern sorgte dafür Volker Lehnert vom Landeskirchenrat. Lehnert hielt eine launige und zugleich intellektuelle Predigt, nachdem er die "Glückwünsche des Präses" übermittelt hatte. Lehnert nahm Bezug auf das "Gleichnis vom großen Abendmahl".

Darin schickt ein Mann seinen Knecht, um Gäste zu einem großen Abendmahl einzuladen. Die Gäste sagen jedoch allesamt ab. Einer muss einen neugekauften Acker besehen, ein anderer ein neugekauftes Joch Ochsen und ein Dritter hat gerade eben erst geheiratet.

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"So ist es auch mit Gott", sagt Lehnert. Der habe durch Jesus Auferstehung eine Einladung ausgesprochen und warte nun auf das "Ja" der Menschen zu Gott. Die würden aber viel zu selten den Gottesdienst besuchen. Auch er höre zuweilen kreative Ausreden, warum der Gottesdienstbesuch am Sonntag ausfallen müsse.

So gesehen richtete sich die Predigt eher an die zu Hause gebliebenen. Die Geburtstagsgäste erlebten in der gut besuchten Kirche aber einen von Gesang und Interaktion geprägten Gottesdienst, den vor allem Kantor Christian Stähr und der Kinderchor prägten.

Musik gab es nicht nur gestern. Am Freitagabend spielte die Beatles-Forever-Band im Gemeindesaal. "Ein toller Abend mit allen großen Hits", schwärmte Christian Stähr gestern. Auch die Aufführung des Messias mit rund 80 Musikern und über 300 Besuchern am Samstagabend sei ein voller Erfolg gewesen. "Das ist einfach ein Ausnahmestück, das gut in diese Ausnahmekirche passt", sagte er.

Und während die Festredner gestern die 50 Jahre der Christuskirche Revue passieren ließen, blickte Pfarrer Frank Picht in die Zukunft: "Nächstes Jahr werden wir die neue Orgel bauen", versprach er.

(NGZ/anch)
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