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Dormagen: Christuskirche erhält neue Orgel 2014

Dormagen : Christuskirche erhält neue Orgel 2014

Die Verträge mit zwei Orgelbauern sind unterzeichnet, im September wird die alte Orgel ab- und im April 2014 die neue aufgebaut.

Eine Orgel ist mehr als nur ein Instrument, das die Kirchenbesucher beim Singen begleitet. Sie steht für die musikalische Gestaltung des Wort Gottes, für grandiose Klangerlebnisse und gefühlte Tonschwingungen. Das alles ist bereits mit der alten Orgel in der evangelischen Christuskirche möglich, doch erst mit der neuen Orgel, die im September 2014 fertig gestellt sein soll, wird dieses Erlebnis hörbar. Darauf freut sich Kantor Christian Stähr, der die Gestaltung der neuen Orgel vorangetrieben hat. "Die neue Orgel ist genau für diesen Kirchenraum konzipiert worden und wird ihn weiter entwickeln", sagt Stähr.

Zum Jubiläum "50 Jahre Christuskirche", das am Wochenende vom 7. bis 9. Juni gefeiert wird, erklingt noch die alte Orgel, aber nach dem "Reihe 8"-Konzert am 8. September, bei der die Gemeinde eine "freudige Abschiedsparty" für das alte Instrument feiert, beginnt der knapp dreitägige Abbau. Dann wird in der Christuskirche ersatzweise eine Truhen-Orgel zum Einsatz kommen. "Das wird eine Art musikalisches Fasten", sagt Stähr, der auch die Hochfeste Weihnachten und Konfirmation an der Ersatz-Orgel begleiten wird.

Die Verträge mit zwei kooperierenden Orgelbaufirmen sind jetzt unterzeichnet, wie Pfarrer Frank Picht bestätigt. Die Firma Friedrich Kampherm aus Verl kümmert sich ab April 2014 um den technischen Aufbau der neuen Orgel, während die Firma Tilman Trefz aus Stuttgart danach den Klang der neuen Orgel einstellt. "Das benötigt viel Zeit, um die Orgelpfeifen von der Klangqualität aufeinander abzustimmen"; erklärt Kantor Stähr. Beide Arbeitsschritte werden etwa zwei Monate dauern, so dass mit einer Fertigstellung der Orgel im Sommer 2014 gerechnet werden kann. "Ich hoffe, dass wir am 8. September 2014 mit mehreren Konzerten die Eröffnung der neuen Orgel feiern können", sagt Christian Stähr.

Für das rund 360 000 Euro teure Instrument steht die Finanzierung zum großen Teil: "300 000 Euro haben wir bereits zusammen, allerdings besteht noch die Möglichkeit, durch Orgelpatenschaften die Gemeinde zu unterstützen", erklärt der Kantor. Von den 650 möglichen Pfeifen sind mit 180 erst knapp ein Drittel "belegt", trotzdem gibt es bei besonderen Wünschen für mehrere Patenschaften bereits Engpässe, wie Christian Stähr sagt: "Wer seinen acht Enkeln eine Tonleiter widmen möchte, muss sich beeilen, die Tonfolgen sind beliebt."

Durch die engagierten Orgelbauer konnten für die gleiche Summe deutlich mehr Register bestellt werden, als zu Beginn der Planungen angedacht gewesen sind: Die neue Orgel wird 41 Register haben, ausgeschrieben waren 35. Zum Vergleich: Die jetzige Orgel umfasst 31 Klangfarben. "Es kommt nicht auf die Lautstärke einer Orgel an, sondern auf das Zusammenspiel vieler subtiler Klangfarben im leisen und mittellauten Bereich", schwärmt Kantor Stähr von den "unerschöpflichen Möglichkeiten" der neuen Orgel: "Hinter jeder neuen Klangfarbe steckt eine Klangabsicht, die eine Beziehung zur Umgebung eingeht."

Seine Konzert-Reihe an jedem 8. im Monat wird Stähr auch in der "Orgelpause" fortsetzen, dabei allerdings dann den Schwerpunkt auf den Bereich der Kammermusik legen. Mit einem Akkordeon soll im April die neue Klangwelt der Orgel vorweggenommen werden, indem das Akkordeon in die alte Orgel integriert wird: "Die beiden Instrumente sind Halbgeschwister, es begegnen sich die Klangfarben von Romantik und Barock", erläutert Stähr.

(NGZ/ac)