Christliche Nächstenliebe als Aufruf zu Fronleichnam

Dormagen : Aufruf zum christlichen Miteinander im Alltag

Mehr als 500 Katholiken zogen in Hackenbroich mit der Fronleichnamsprozession der Pfarre St. Michael durch die Straßen.

Genau 548 Mal klickte der „Menschen-Zähler“ bei Maria Kuster: Genauso viele Teilnehmer zogen am Donnerstag mit der Fronleichnams-Prozession von St. Michael Dormagen-Süd durch Hackenbroich, die von der Pfarrkirche zum Kinder- und Jugendtreff in Hackhausen führte - mit einem Halt am Segensaltar auf dem mit Blumenteppich geschmückten Hof von Leo und Maria Decker. Mit der Zählung wollte Pfarrer Peter Stelten mit Spekulationen aufräumen, wie er lachend erklärte: „Ansonsten werden immer viel zu wenig oder viel zu viele Teilnehmer geschätzt.“

Denn die katholische Kirche - auch im Seelsorgebereich Dormagen-Nord - geht am Hochfest Fronleichnam buchstäblich „auf die Straße“, um ihren Glauben zu bekennen. „Wir wollen damit Jesus Christus in den Mittelpunkt rücken und seine Gegenwart feiern“, wies Stelten darauf hin, dass die geweihte Hostie in der Monstranz in die Öffentlichkeit getragen wurde: „Wir feiern draußen, weil wir uns nicht hinter den Mauern verschließen“, sagte Stelten. Fronleichnam sei eine Einladung zur Kontaktaufnahme mit Jesus Christus in der Anbetung: „Wir wenden uns ihm zu und er sich uns.“ Gemeinsam könnten Christen für mehr Miteinander und Menschlichkeit sorgen.

Stelten freute sich, dass die beiden stellvertretenden Bürgermeister, Hans Sturm und Michael Dries, bei der Heiligen Messe vor St. Katharina und der Eucharistischen Prozession dabei waren und den erkrankten Bürgermeister Erik Lierenfeld vertraten. Dries, der evangelischer Presbyter ist, schrieb auf Facebook: „Vor wenigen Jahrzehnten wäre es von beiden Seiten undenkbar gewesen, dass evangelische Christen ihre katholischen Schwestern und Brüder gerade auf Fronleichnam begleiten.“ Zu groß seien die Differenzen beim Verständnis von Kommunion bzw. Abendmahl. „Dass das aber nunmehr nicht nur möglich ist, sondern die gegenseitige Teilnahme zu den jeweiligen Festen Wunsch und Wille ist, zeigt die gestärkte Ökumene und die gewachsene gegenseitige Akzeptanz“, so Dries.

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