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Dormagen: Chempark eröffnet Bürgerbüro in der City

Dormagen : Chempark eröffnet Bürgerbüro in der City

Noch mehr Nähe zum Bürger – dieses Ziel verfolgt der Chempark, wenn er in gut zwei Monaten an der Straße Unter den Hecken ein 200 Quadratmeter großes Nachbarschaftsbüro eröffnet. Ein Baustein zum Thema Industrie-Akzeptanz.

Noch mehr Nähe zum Bürger — dieses Ziel verfolgt der Chempark, wenn er in gut zwei Monaten an der Straße Unter den Hecken ein 200 Quadratmeter großes Nachbarschaftsbüro eröffnet. Ein Baustein zum Thema Industrie-Akzeptanz.

Auf weiterhin gute Nachbarschaft: Das Currenta-Bürgerbüro soll den Dialog zwischen den Dormagenern und den Chempark-Verantwortlichen stärken. Foto: BAYER

Der Chempark kommt in die Innenstadt. Im Mai wird er in den ehemaligen Räumen eines Landmöbel-Geschäftes an der Straße Unter den Hecken ein Bürgerbüro eröffnen. Der Industriepark setzt damit einen Akzent in seinen Bemühungen um einen verstärkten Dialog mit den Dormagenern. Das Gesicht des Chemparks vor Ort wird Jobst Wierich sein. "Ich bin sozusagen das lokale Gesicht des Chemparks."

Nicht nur in Dormagen, sondern auch an den beiden anderen Chempark-Standorten in Krefeld und Leverkusen wird ein solches Bürgerbüro eingerichtet. "So etwas ist meines Wissens einmalig für ein Industrieunternehmen in Deutschland", sagt Wierich. Es geht um das Thema Nachbarschaft. Nur wenige Meter von der Innenstadt entfernt liegt der 360 Hektar große Chempark, in dem viele der über 60 Einzelfirmen netzwerkartig zusammenarbeiten.

Vor allem durch seine viele Beschäftigten, die aus Dormagen kommen, ist der Chempark eng mit der Stadt verbunden. Die großen Vorbehalte gegenüber dem Chemiegiganten gibt es in der Stadt kaum. Vielleicht auch ein Ergebnis der Arbeit von Jobst Wierich und Kollegen, der seine Aufgabe darin sieht, für eine möglichst hohe "Industrieakzeptanz am Standort" zu sorgen.

Zum Beispiel durch die "Lokale Allianz", einem Zusammenschluss von Unternehmen und weiteren Partnern, der vom Chempark, den Wirtschaftsförderungen von Rhein-Kreis und Stadt sowie der Initiative Dormagen initiiert wurde. Darin geht es unter anderem auch darum, "bei Planung, Bau und Betrieb von Industrieanlagen und Infrastruktureinrichtungen stärker noch als bisher für eine frühzeitige, umfassende und verständliche Information der Bevölkerung zu sorgen" heißt es in der Erklärung bei der Gründung.

Diese und andere Informationen soll es künftig in eben diesem Bürgerbüro an der Straße Unter den Hecken geben. "Wir wollen den Dialog mit den Dormagenern suchen und schaffen mit dem Bürgerbüro einen kurzen Weg zu uns." Für Wierich ist die dortige rund 200 Quadratmeter große Fläche daher einfach perfekt, weil sie Hürden beseitigt und Nähe schafft. Das Zauberwort heißt Kommunikation.

"Wir wollen die Chance haben, die Sinnhaftigkeit des Chemieparks zu erklären, über neue Produkte und Projekte zu informieren." Wenn beispielsweise bei Bayer MaterialScience in einem Produktionsablauf als giftiges Endprodukt Salzsäure entsteht, kann diese vom benachbarten Unternehmen Kemira, einem neuen finnischen Chemiekonzern, der zurzeit im Chempark baut, verwendet werden. "Solche zusammenhängende Produktionsabläufe wollen wir den Bürgern erklären", sagt Wierich.

Vor einigen Jahren reiste ein mal im Monat das "Bayer-Mobil" in die Stadt — mit Erfolg. Daran soll das Bürgerbüro anknüpfen, für das sich der 56 Jahre alte Wierich Öffnungszeiten vier Mal an Vormittagen sowie einmal nachmittags vorstellt. "Dort wird ein Mitarbeiter Fragen beantworten, beziehungsweise aufnehmen, wenn sie nicht direkt zu klären sind. Ich werde auch in einer Bürgersprechstunde vor Ort sein", kündigt Wierig an.

"Neben Fragen zu Industrieprodukten kann es aber auch einfach nur darum gehen, zu erfahren, wohin ich eine Bewerbung für den Chempark schicken kann oder wer dort der richtige Ansprechpartner ist." Die Lokale Allianz wird dort einen Besprechungsraum haben, in einem Ausstellungsraum werden Chempark-Produkte zu sehen sein.

(NGZ/rl)