Chemion baut in Dormagen: Neuer Riesen-Terminal für den Chempark

Chemion baut in Dormagen : Neuer Riesen-Terminal für den Chempark

Logistiker Chemion investiert mehr als zehn Millionen Euro. Am Dienstag war die Grundsteinlegung.

Als Geschäftsführer Hans Richter, Bürgermeister Erik Lierenfeld und Chempark-Leiter Lars Friedrich die Zeitkapsel für die Grundsteinlegung im Boden versenkten, gaben sie am gestrigen Dienstag den Start frei zum Bau eines neuen, zweiten Container-Terminals des Chemielogistikers Chemion. Angesichts des Investitionsvolumens von mehr als zehn Millionen Euro werden die lokalen Dormagener Akteure es wahrscheinlich verschmerzen, dass es eine Leverkusener Zeitung ist, mit der diese Zeitkapsel bestückt und unterhalb des Fundaments für eine Kranschiene versenkt wurde.

Wie stark der Logistikbereich boomt, zeigt ein Vergleich: Weist der bisherige Terminal Stellplätze für 360 Container auf, wird auf dem neuen, über 1,4 Hektar großen Areal im Nordwesten des Chemparks Platz vorhanden sein für exakt 1002 Fracht- und Tankcontainer. „Es gibt nicht übermäßig viele Möglichkeiten, Zukunft für ein Unternehmen zu gestalten“, sagte Richter, der seit zehn Tagen der neue Chef von Chemion ist. „Eine ist es, in die richtigen Projekte zu investieren. Ich bin überzeugt, die Investition in das Container-Terminal ist ein richtiges Projekt für Chemion.“ Am Standort werden zehn neue Arbeitsplätze entstehen.

Richter sprach von einer intensiven Vorbereitungsphase, die 2017 mit der Bedarfsanalyse, einer Machbarkeitsstudie und der Konzeptplanung begann. Im Sommer vergangenen Jahres wurden die Genehmigungsunterlagen eingereicht, im September 2019 erfolgte die Zustimmung der Bezirksregierung Köln für das Projekt. Seitdem gab es eine Reihe von vorbereitenden Arbeiten – so wurde beispielsweise die Baugrube aufgefüllt und Bauaufträge vergeben – ehe nun die Betonarbeiten beginnen können.

Bürgermeister Erik Lierenfeld begrüßte die neue Investition und betonte die Industriefreundlichkeit des Standorts Dormagen. Gleichwohl erwähnte er auch „gewisse Nachteile“, die sich bei Großinvestitionen ergeben können, wenn sie mehr Verkehr auslösen. Aber gerade dies sei durch den neuen Riesen-Terminal nicht der Fall, weil er Verkehre von Dormagener Straßen fernhalte. Transporte von Chemion-Container in den Chempark hinein entfielen, der zusätzliche Verkehr werde innerhalb des Chemparks abgewickelt, so heißt es von Seiten Chemions. Für einen reibungslosen Ablauf im Chemiepark ist Lars Friedrich, Chef des Betreibers Currenta, zuständig. Vor wenigen Tagen hat Bayer den Verkauf seines 60-prozentigen Anteils am Chempark-Betreiber abgeschlossen. Käufer ist der aus Australien stammende Infrastruktur-Finanzinvestor Macquarie Infrastructure and Real Assets (Mira). Friedrich betonte am Dienstag die Bedeutung des Vorhabens für den Standort: „Das Chemion-Projekt schafft eine Infrastruktur für den gesamten Chempark Dormagen und flankiert dessen kerngesundes Wachstum.“ Insgesamt investierten die produzierenden Unternehmen im Werk „laufend in ihre Betriebe und benötigen dafür eine gut entwickelte, effiziente Logistik.“

Ein Blick aus der Vogelperspektive zeigt die beachtliche Größe des Baufeldes im Chempark. Foto: Chemion
Grundsteinlegung mit Peter Schwarz, Gudrun Poggendorf, Hans Richter, Erik Lierenfeld und Lars Friedrich, v.l. Foto: Chemion

Vor rund fünf Wochen war erneut der Chempark Schauplatz für ein wichtiges Infrastruktur-Projekt: Der Verteilnetzbetreiber Westnetz, eine Tochter von Innogy, baut für Currenta eine neue 110.000-Volt-Schaltanlage. Currenta wiederum erneuert in diesem Zusammenhang zusätzlich die 110.000-Volt-Kabelanlage im Chempark. Dabei geht es um den Mehrbedarf an Energie, aber auch um eine sichere Stromversorgung, der heute eine Schlüsselrolle zufällt. „Die neue Hochspannungsschaltanlage wird ein moderner Knotenpunkt der Energieversorgung für den Chempark Dormagen“, sagte Westnetz-Vertreter Stefan Küppers. „Dort wird die industrielle Versorgung neu aufgestellt.“