Dormagen: CDU und SPD: Rückenwind für die Kommunalwahl

Dormagen : CDU und SPD: Rückenwind für die Kommunalwahl

Erik Lierenfeld versprühte gleich Optimismus: "Wir haben das beste SPD-Ergebnis im Rhein-Kreis erreicht", sagte der Stadtverbandsvorsitzende der Sozialdemokraten. Gegenüber der letzten Bundestagswahl holte man 1381 Stimmen mehr.

Kein Wunder, dass Lierenfeld mit Blick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr die 29,6 Prozent so einordnete: "Wir sind gut unterwegs und haben ein positives Signal für unsere Arbeit hier bekommen." Lierenfeld hatte schon am Sonntagabend keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen eine Große Koalition in Berlin gemacht. Gestern trat er der Facebook-Gemeinschaft "Sozialdemokraten gegen die Große Koalition" bei.

Ob positive Signale der SPD reichen, um im kommenden Mai stärkste Partei zu werden, ist fraglich. Auch wenn noch acht Monate ins Land ziehen — der Rückenwind aus Berlin kann die Dormagener CDU zu einem klaren Wahlsieg schieben. Vor vier Jahren betrug die Differenz bei Kommunal- und Bundestagswahl für die Dormagener CDU knappe vier Prozentpunkte, bei der SPD waren es 1,2. Bleibt dieser Trend stabil, wird es für die Sozialdemokraten schwer.

Das Plus der CDU dürfte sein, dass auf dem Weg zur Stadtratswahl keine größeren Stolperfallen mehr lauern und die wesentlichen Baustellen in Arbeit sind: Die Haushaltsmisere wird per Sicherungskonzept gebremst, das Aufreger-Thema Kunstrasenplatz Straberg ist vom Tisch, und wie viele werden sich im Mai an der Wahlurne noch ernsthaft an die umstrittene Haltung der CDU zur Zukunft der Römer-Therme erinnern?

Keine emotionalen Schließungen von Kerneinrichtungen, Steuern und Gebühren noch im Rahmen —die Partner in der Jamaika-Koalition, die mehr ihr Profil zeigen wollen und müssen, und allen voran die SPD, werden es schwer haben, den Bürgern zu vermitteln, warum es mit ihnen besser durch den Alltag geht. CDU-Parteichef André Heryschek ("Wir wollen diesen Schwung mitnehmen") bedient sich bei der Suche nach dem Erfolgsrezept gleich bei der alten und neuen Kanzlerin, wenn er von "Verlässlichkeit" spricht.

Ganz andere Sorgen haben die Liberalen nach dem Berliner Debakel. Bei aller Kritik in diese Richtung sagt Stadtverbandsvorsitzender Torsten Günzel: "Unsere Politik vor Ort ändert sich dadurch nicht dramatisch. Wir setzen weiter auf eine ruhige und sachliche Politik."

(NGZ)
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