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Dormagen: CDU sieht Kohnacker kritisch

Dormagen : CDU sieht Kohnacker kritisch

Ein drohendes Haushaltsloch wird es für die Politik schwer machen, die Stadt Dormagen in die Zukunft zu manövrieren. In einer Serie fragt die NGZ die Fraktionschefs, wie dies gelingen kann. Teil 1: Wiljo Wimmer (CDU)

Die Finanzsituation Dormagens ist düster. Wiljo Wimmer sagt, mit welchen Rezepte er die Stadt durch die Krise führen will.

Der Stadt droht ein Loch im Haushalt. In welchen Bereichen gibt es Sparpotenziale?

Der Kulturbereich war in den vergangenen zwei Jahren Vorreiter. Aus Sicht der CDU müssen alle Bereiche auf den Prüfstand. Heilige Kühe werde es nicht geben.

Ist die Situation — zum Beispiel aufgrund des Gemeindefinanzierungsgesetzes — nur fremdverschuldet?

Dormagen habe nicht über seine Verhältnisse gelebt. Bund und Land hätten Aufgaben auf die Kommunen delegiert, ohne eine ausreichende Gegenfinanzierung zu gewährleisten.

Mit welchen Maßnahmen kann dem demographischen Wandel die Stirn geboten werden?

Der demographische Wandel sei Fakt aber keine Krankheit. Es müsse gelingen, Kitas, Jugend-, Sport- und Kultureinrichtungen an die Situation entsprechend anzupassen.

Wie kann die Stadt junge Familien gewinnen, und müssen dafür neue Baugebiete ausgewiesen werden?

Wimmer will "dezentral neue Baugebiete in den einzelnen Ortsteilen schaffen". Die Lage zwischen Köln und Düsseldorf sei optimal.

Ist beim Thema Gewerbegebiete eine Lösung in Sicht?

Der neue Flächennutzungsplan werde zeigen, wie die begrenzten Flächen für Wohnraum oder Gewerbe verwendet werden können. Vorrangig sollten aus CDU-Sicht vorhandene Gewerbegebiete — im Chempark, in Hackenbroich — arrondiert werden. Neuausweisungen gegen den Widerstand der Bevölkerung wie am Kohnacker seien schwierig zu realisieren.

Müssen die Personalkosten der Stadt kritisch geprüft werden?

"Wir werden uns flächendeckend bei den Haushaltsberatungen alle Bereiche anschauen, dazu gehört auch der Personalbereich", sagt der CDU-Fraktionschef.

Das Stadtmarketing ist in die Kritik geraten. Mit welchen Merkmalen kann die Stadt für sich werben?

Dormagen sei familienfreundlich, die Gebühren zum Beispiel für Abwasser und Müll überschaubar, die Infrastruktur sei gut, und auch landschaftlich sei die Stadt attraktiv. Wimmer: "Mir fällt kaum etwas ein, das gegen Dormagen spricht."

Nennen Sie drei wichtige Dinge, die die Dormagener Politik noch in diesem Jahr anpacken muss.

Die Aufstellung des Haushalts, die städtebauliche Entwicklung des Flächennutzungsplans für die kommenden 15 Jahre, die energetische Erneuerung der Infrastruktur.

Warum ist Dormagen eine attraktive Einkaufsstadt?

Die Fußgängerzone sei etwas in die Jahre gekommen, aber attraktiv, TopWest sei gut für Kofferraumeinkäufe geeignet: die Nahversorgung ist — von Gohr und Straberg abgesehen — gut.

Warum ist die Jamaika-Koalition ein Bündnis für die Zukunft?

Jamaika sei so bunt wie Dormagen selbst und gebe die richtigen Antworten auf die Fragen von Morgen.

(NGZ/rl)