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Dormagen: CDU kritisiert SPD-Schulveranstaltung

Dormagen : CDU kritisiert SPD-Schulveranstaltung

Mit großem Unverständnis reagiert die CDU-Fraktion auf die Informationsveranstaltung zum Thema Gesamtschule am kommenden Montag. Sie ist von der SPD initiiert, um mit Eltern über die Vorteile der Gesamtschule gegenüber einer Sekundarschule zu diskutieren und ihnen das Prozedere einer Gründung zu erläutern.

"Das ist nicht so fein", formuliert Bernd Engwicht, Vorsitzender des Schulausschusses und schulpolitischer Sprecher der CDU, höflich. "Wir hatten ein anderes Vorgehen miteinander verabredet."

Politik und Stadt haben ein Gutachten in Auftrag gegeben. Darin sollen die Schülerzahlen und ihre Auswirkungen auf die Dormagener Schullandschaft überprüft und Empfehlungen gegeben werden. Dem politischen Arbeitskreis zu diesem Thema wurden erste Ergebnisse bereits vorgestellt. Demnach besteht für die weiterführenden Schulen bis 2016 kein Handlungsbedarf, ihre Entwicklung ist stabil.

Der Gutachter empfiehlt der Politik, darüber nachzudenken, ob nicht die Hermann-Gmeiner-Hauptschule in eine Sekundarschule umgewandelt werden könnte. Weil die SPD monierte, dass die Errichtung einer zweiten Gesamtschule in dem Gutachten keine besondere Rolle spielt, wurde der Auftrag um diesen Aspekt erweitert. "Wir haben mit den Fraktionen verabredet, erst das Ergebnis dieser erweiterten Untersuchung abzuwarten, ehe wir uns öffentlich positionieren", sagt Engwicht, der seit über 20 Jahren Schulpolitik macht. "Dass die SPD überhaupt und dann noch einen Tag vor dem Schulausschuss eine solche Veranstaltung macht, ist nicht in Ordnung." Er glaubt, dass Entscheidungen über die Zukunft der Dormagener Schullandschaft noch Zeit haben.

Die SPD hat ihrer Präferenz zugunsten der Gesamtschule gegenüber der Sekundarschule klar geäußert und geht mit der Veranstaltung am Montag (19.30 Uhr, Kulturhalle) in die Offensive. Sie sieht eine große Nachfrage bei Eltern und Kindern. Aktuell wurden 86 an der sechszügigen Bertha-von-Suttner-Gesamtschule abgewiesen, die einen hohen Anteil an Schülern aus Köln und Neuss aufnimmt.

Es gibt Gedankenspiele, wonach eine neue Gesamtschule im Schulzentrum Hackenbroich etabliert werden könnte, ebenso im Schulviertel an der Haberlandstraße. Eine andere Variante ist angesichts des Schulkompromisses auf Landesebene die Einrichtung einer Sekundarschule im Schulviertel Nord, die keine eigene Oberstufe benötigt, sondern mit einem Gymnasium oder BBZ kooperieren kann.

(NGZ/rl)