Dormagen: CDU/FDP für neue Wirtschaftsförderung

Dormagen : CDU/FDP für neue Wirtschaftsförderung

Am Beispiel Mönchengladbach wollen CDU und FDP zeigen, dass eine in eine GmbH ausgelagerte Wirtschaftsförderung effektiver arbeiten kann. Oberstes Ziel ist: mittelfristig höhere Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen.

CDU und FDP machen beim Thema Wirtschaft gemeinsame Sache: Sie setzen sich verstärkt für eine strategische Neuausrichtung der Stadt in Sachen Gewerbeansiedlung und Wirtschaftsförderung ein. Konkret: Die bislang rein städtische Wirtschaftsförderung soll in eine GmbH ausgelagert werden — so wie es in Mönchengladbach vor Jahren praktiziert wurde. Dort sahen sich die beiden Parteivorsitzenden André Heryschek (CDU) und Torsten Günzel (FDP) an, wie die Zusammenarbeit mit den Unternehmen in der Region funktioniert.

Es geht, sagen beide, um einen "zukunftsfähigen Branchenmix, eine Stärkung der Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitsplätze und um die Attraktivität der Arbeitgeber in Dormagen". Wichtig ist, bei allem theoretischen Wissen gut funktionierende Modelle in anderen Kommunen zu erleben, um so eigene Fehler bei der Umsetzung zu vermeiden. Zu den Terminen gehörte nun auch ein abendlicher Besuch in Mönchengladbach. An der dortigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFMG) sind, so Günzel und Heryschek, 36 Unternehmen aus der Region beteiligt. Im vergangenen Jahr wurde ein Programm zur Förderung des Übergangs von weiterführenden Schulen in Ausbildungsberufe gegründet und eine innovative Zusammenarbeit mit dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) begonnen. Sowohl Vertreter der WFMG als auch des DLR boten den Dormagener Ratsherren im persönlichen Gespräch Einblicke in spannende Projekte, berichteten aus ihren Erfahrungen und gaben gute Stichpunkte und Ratschläge mit auf den Weg. Als sinnvoll wurde den Dormagenern eine Standortpotenzial-Analyse mit auf den Weg gegeben, genau das, was die CDU für Dormagen bereits vor wenigen Wochen politisch im Hauptausschuss zur Forderung erhoben hat.

"Wir haben sehr dynamische und motivierte Mitarbeiter der WFMG kennengelernt", sagt Torsten Günzel. Dort setzt man seit Jahren auf Serviceinnovation und versucht alle zwei Jahre mit neuen Services und Ansätzen der Wirtschaft vor Ort tatkräftig unter die Arme zu greifen. Mittlerweile ist der Ruf der WFMG so gut, dass Unternehmen das Leistungsspektrum auch als Standortvorteil begreifen. "Natürlich ist uns klar, dass wir das nicht alles mit Dormagen vergleichen können. Dennoch glauben wir, dass einige der Ansätze es wert sind, mal für unsere Verhältnisse geprüft zu werden", so Günzel.

Aus Sicht des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Heryschek gehören Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung unter einem Dach neu organisiert. "Unternehmen müssen unbedingt einbezogen werden mitsamt einer institutionellen Einbindung in einem Aufsichtsrat." Er sieht sich in dem Vorstoß einer Standortpotenzial-Analyse bestätigt, die auch Auskunft darüber geben soll, welche Art von Unternehmen am sinnvollsten angesiedelt werden soll, mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen. Heryschek schwebt vor, verschiedene Aktivitäten unterschiedlicher Akteure — Tourismusförderung, City- und Standort-Marketing und Wirtschaftsförderung unter einer Dachmarke. "Eine solche Marketing GmbH hätte den Vorteil, dass die Fäden dort zusammenlaufen würden. "Bislang laufen viele Maßnahmen unkoordiniert nebeneinander her und sind nicht an einer übergeordneten Zielsetzung für die Stadt ausgerichtet", kritisiert er.

(NGZ)
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