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Dormagen: Camping mit Freunden aus Portugal

Dormagen : Camping mit Freunden aus Portugal

Zurzeit findet auf dem Klostergelände Knechtsteden eine Begegnung zwischen portugiesischen und deutschen Jugendlichen statt. Trotz mancher Unterschiede sind sie sich bei diesem Thema einig: Wiener Schnitzel sind lecker.

Weiße Zelte, Bierbänke, portugiesische Flaggen und kulinarische Spezialitäten. Dazu englische, deutsche und portugiesische Wortfetzen. Wer sich am Freitag auf dem Gelände des Klosters Knechtsteden aufgehalten hat, konnte nicht übersehen, dass dort eine ganz besondere internationale Zusammenkunft stattfindet. Seit Montag zelten auf dem Gelände insgesamt 25 Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren, davon sind 13 aus Portugal angereist. Das Jugendheim St. Andreas Korschenbroich veranstaltet zum zweiten Mal eine internationale Begegnung zwischen Jugendlichen aus Korschenbroich und aus Grandola, dem Partnerkreis in Portugal. Unter dem Projektnamen "The Rhineland — Breathing history, nature and culture" wird die Gruppe bis zum 14. August gemeinsam das Rheinland erkunden.

Am gestrigen Tag war neben den Jugendlichen unter anderem auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zugegen. Er lobte das Projekt: "Es ist eine gute Sache, dass sich junge Menschen aus verschiedenen Ländern treffen und so die Basis für die Verbindung der europäischen Länder bilden."

Auch Georg Westerholz, Leiter des Jugendheimes St. Andreas, ist begeistert von dem Projekt, das zu einem Teil auch durch europäische Mittel aus dem Programm "Jugend in Aktion" finanziert wird. Im vergangenen Jahr ist er mit 13 Jugendlichen in Portugal gewesen, nun findet der Gegenbesuch statt. Fünf deutsche und zehn portugiesische Jugendliche sind schon zum zweiten Mal dabei. Westerholz hat schon einige ländertypische Unterschiede feststellen können: "Portugiesen sind nie gestresst und legen nicht so viel Wert auf Pünktlichkeit. Sie gehen auch viel langsamer."

Reinhard Giese vom Jugendamt Korschenbroich betont aber auch den Zusammenhalt: "Die Jugendlichen wachsen sehr schnell zusammen."

Für Amelie Altewischer (16) ist dieses Jahr bereits ihr zweites. Im vergangenen Jahr besuchte sie Portugal und fand in der ebenfalls 16 Jahre alten Portugiesin Ana Lobato eine neue Freundin. Amelie erzählt: " Im vergangenen Jahr habe ich Ana in Portugal kennengelernt, dort haben wir schon in einem Zelt geschlafen und uns gut verstanden. Dann haben wir den Kontakt gehalten und vereinbart, dass wir uns wieder einen Schlafplatz teilen. Daher kommt es, dass ich wieder hier bin." Am meisten freue sie sich auf den Besuch im Schwimmpark "Aqualand". Auf die Frage wie die Verständigung zwischen den 25 Jugendlichen funktioniere, antwortet sie lachend: "Wir sprechen Englisch. Oder mit Händen und Füßen." Freundin Ana berichtet von dem Besuch des Freilichtmuseum in Kommern, das habe ihr bis jetzt am besten gefallen. Sie sagt: "Ich freue mich auch auf darauf, dass wir in Köln einkaufen gehen dürfen. Nächstes Jahr fahre ich auf jeden Fall wieder mit."

Die Portugiesin Jessica Costa (16) kann sogar ein bisschen Deutsch, wie zum Beispiel "Danke", "Hallo" und "Auf Wiedersehen". "Ich werde nächstes Jahr auch wieder dabei sein, Deutschland ist schön", so Jessica. Außerdem mag sie Wiener Schnitzel, obwohl ihr das deutsche Essen ansonsten zu scharf ist.

Abends spielen die Mädchen gerne Karten, während die Jungs lieber zum Fußballplatz gehen. Das Wichtigste ist jedoch, dass sich jeder mit jedem versteht, auch wenn sie nicht die selbe Sprache sprechen.

(NGZ)