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BVA-Schülerin Maya Kurzawa aus Dormagen hat Abitur mit Bestnote

Abitur mit Bestnote : Dormagener Schülerin mit einzigartigem Einsatz

Maya Kurzawa (17) ist Abiturientin mit Bestnote, Stufensprecherin, Schwimmtrainerin, Musiktalent und vieles mehr. Sie machte jetzt ihr Abitur am Bettina-von Arnim-Gymnasium in Dormagen.

Maya Kurzawa ist ihrem großen Traum ein Stück nähergekommen. Die Abiturientin des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums (BvA) in Dormagen möchte am liebsten für eine internationale humanitäre Organisation arbeiten – und zwar als Ärztin. Jetzt hat sie ihr Abitur mit der Bestnote 1,0 bestanden, und damit stehen ihre Chancen auf ein Medizinstudium gut. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt die 17-Jährige. „Die letzten zwei Jahre in der Oberstufe waren zwar eine schöne, aber auch ziemlich anstrengende Zeit.“

Denn seit sie sich vor rund zwei Jahren das Ziel gesetzt hat, Humanmedizin zu studieren, habe sie so richtig mit dem Pauken angefangen. „Fasziniert hat mich die Medizin mit all ihren wissenschaftlichen Aspekten schon immer“, sagt Maya. Den Wunsch, selber Ärztin zu werden, hat ein Krankheitsfall in ihrer Familie ausgelöst. „Da habe ich gemerkt, wie enorm wichtig medizinische Versorgung ist.“ Auch die Corona-Krise hat dieses Gefühl nochmals verstärkt. Ihr Häkchen für die Wunsch-Unis wird sie bei Düsseldorf und Köln machen – denn bevor es dann möglicherweise irgendwann für „Ärzte ohne Grenzen“ oder eine andere Organisation ans andere Ende der Welt geht, möchte sie erstmal in der Nähe ihrer Familie und Freunde bleiben.

Viel von der Welt gesehen hat Maya schon von kleinauf: Sie ist in Singapur geboren, dort hatten ihre Eltern eine Zeitlang gelebt. Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Dormagen, wo ihr Vater herkommt. Ihre Mutter ist Japanerin, weshalb Maya neben der deutschen auch die japanische Staatsangehörigkeit hat und schon viele Reisen in den Inselstaat im Pazifik unternommen hat. Sie ist zweisprachig aufgewachsen und hat ihr Japanisch während der Schulzeit in einer japanischen Ergänzungsschule in Düsseldorf gefestigt. Von der ersten bis zur neunten Klasse hat sie dort jeden Samstag nicht nur die Schriftzeichen gelernt, sondern auch den in Japan anerkannten Abschluss der Mittelschule absolviert.

Fast könnte man meinen, Maya hat ihr gesamtes bisheriges Leben nur in der Schule verbracht – falsch. Seit zwölf Jahren spielt sie leidenschaftlich gerne Klavier, 2018 hat sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den zweiten Platz erreicht. Außerdem hat sie elf Jahre lang Leistungssport im Schwimmen betrieben. „Das Leistungsschwimmen habe ich in der Oberstufe zurückgestellt, weil es zeitlich nicht mehr gepasst hat“, sagt Maya. Stattdessen hat sie als Schwimmtrainerin den Nachwuchs im Becken unterstützt. Zu viel war ihr das alles nie. „Mir hat es sogar eher noch geholfen, so viele Hobbys zu haben: Das ist neben der Schule wie Entspannung.“

Ihr Engagement erkannten auch ihre Mitschüler an: Sie schlugen sie als Stufensprecherin vor. „Das habe ich dann natürlich angenommen“, sagt Maya. Wenn sie eine Sache an ihrer Schulzeit bedauert, dann ist es deren plötzliches Ende durch Corona: „Ich hätte gerne noch einmal einen ganz normalen Tag in der Schule verbracht. Es ist ein komisches Gefühl, sich von vielen Menschen, die einen durch die gesamte Schulzeit begleitet haben, nicht verabschieden zu können.“

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die unerwartete Genehmigung von Partys für Abschlussjahrgänge, bei denen ausnahmsweise auch die Personenanzahl von 50 überschritten werden darf. „Das wird gerade geplant“, sagt Maya, „es ist ein kleiner Trost.“ Jetzt genießt sie nach der stressigen Prüfungszeit erstmal ein paar freie Tage, bevor es dann Ende Juli zum Medizinertest geht.