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Dormagen: Bundesstraße 9 bleibt Nadelöhr

Dormagen : Bundesstraße 9 bleibt Nadelöhr

Für die Bewohner der Orte an der B9 wird sich die Verkehrslage verschärfen. Auf der Umleitungsstrecke für die nach dem Brückenbrand gesperrte A 57 werden die Grünphasen verlängert. Stürzelberger und Zonser müssen warten.

Jürgen Steen braucht derzeit gute Nerven und gute Musik im Auto – zur Entspannung. Denn darin bringt der Geschäftsführer des Küchenstudios Akurat am Ernteweg derzeit länger zu als üblich. "Fünf bis sechs Ampelphasen – das wäre schon gut", sagt Steen und meint damit die Zeit, die nötig ist, um überhaupt vom Ernteweg auf die Bundesstraße 9 zu gelangen. Er könnte bald noch länger brauchen.

Seit dem Brand unter der Autobahnbrücke mit anschließender Massenkarambolage und Sperrung des Teilstücks zwischen Neuss-Süd und Dormagen fließt ein Teil der Pendlerströme über die B9. Zwar nutzt laut dem Landesbetrieb Straßen NRW der Großteil der 70 000 bis 75 000 Pendler die Ausweichrouten A3 und A59 (östlich) sowie A61 (westlich), dennoch kommt es auf dem 18 Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße immer wieder zu Staus und zähfließendem Verkehr und Rückstaus in die angrenzenden Ortschaften.

Verkehrsforscher hatten angesichts der A57-Sperrung gar vor einem Verkehrskollaps für die gesamte Region gewarnt. "Der ist bislang ausgeblieben", sagt Bernd A. Löchter von Straßen NRW.

Dennoch sei die Lage gerade auf der und um die B9 angespannt. Daher haben gestern Vertreter der beteiligen Behörden – Kreispolizei, Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln, Verkehrsministerium, Städte Dormagen und Neuss sowie des Kreises – weitere Maßnahmen beschlossen.

Quintessenz: Die B9 hat in den Wochen bis Ostern, wenn die zwei Behelfsbrücken der A57 stehen sollen, Vorrang. Zu Lasten aller, die auf die B9 wollen, nun also noch länger warten müssen bis sie "grünes Licht" bekommen, wie Jürgen Steen. "Die bestehenden längeren Grünphasen für die B9 werden noch ausgebaut", sagt Dormagens Verkehrsplaner Peter Tümmers. Damit der Verkehr auf der B9 besser fließen kann, werden unter anderem auch die Grünphasen auf der L380 verlängert.

"Das hat zur Folge, dass man längere Wartezeiten in Kauf nehmen muss, wenn man auf der K12 ist und nach Straberg will", sagt Tümmers. Die Autos über Wirtschaftswege auf die A57 zu leiten, schließen die Verantwortlichen aus. "Die Straßen sind für den Schwerlastverkehr laut Straßen NRW nicht gemacht", berichtet Tümmers. Die Kosten für diese Art von Maßnahmen schätzt das Ministerium auf etwa 100 000 Euro.

Halteverbote in Nievenheim wird es ebenfalls voraussichtlich nicht geben. "Aber das Problem ist eher die Ampelanlage als es die Parker sind", sagt Tümmers. Geschäftstreibende und Anwohner müssten auch weiter die Parkmöglichkeiten haben.

Alles zum Massenunfall und den Brücken-Abriss auf der A57 finden Sie in unserem Special.

(NGZ/rl/url/rm)