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Dormagen: BUND will natürlichen Deich

Dormagen : BUND will natürlichen Deich

Der Naturschutzverband BUND will die Rheinanlieger mit natürlichen Auen vor Hochwasser schützen. Auch in Dormagen sieht ein BUND-Experte Möglichkeiten. Im Weg wäre dann allerdings der Campingplatz in Stürzelberg.

Die Diskussion um Hochwasserschutz und den maroden Deich in Dormagen wird auf einer äußerst technischen Ebene geführt: Es geht um "Dichtsporne", mobile "HWS-Elemente" oder "Dränkörper". Noch im Hauptausschuss vor wenigen Tagen zankten die Interessengemeinschaft (IG) Deich und Vertreter der Bezirksregierung um die Zukunft des Deiches. Nun bringt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW eine eigene Idee ins Spiel –und fordert "Auenrevitalisierung für den Hochwasserschutz am Rhein".

Alt-Rinnen wiederherstellen

Möglichkeiten gibt es nach Meinung von Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND, auch in Dormagen. "Alt-Rinnen können in Dormagen wiederhergestellt, Feuchtgebiete entwickelt werden", sagt er. Auch wenn es konkrete Überlegungen noch nicht gibt: "Mit dem Campingplatz in Stürzelberg könnte es einen Konflikt geben", sagt Kröfges: "Politik und Verwaltung haben sich in den letzten 20 Jahren auf rein technische Lösungen konzentriert. Hochwasserschutz ist aber auch mit natürlich gestalteten Auen möglich."

Die Bezirksregierung hat bereits einen "Umsetzungsfahrplan zur Herleitung hydromorphologischer Maßnahmen" für den Rhein entwickelt. Darin wird die Machbarkeit verschiedener Maßnahmen auch in Dormagen geprüft: eine "Vorlandabsenkung" im Zonser Grind, das "Entfernen und Ersetzen nicht lebensraumtypischer Gehölze", eine "Entwicklung von Auenstrukturen" im Westen von Stürzelberg.

Paul Kröfges würde gerne sehen, dass der Strom den Verlauf früherer Jahre annimmt: "Vor 70 Jahren hatte der Rhein eine Menge Verästelungen, ein natürlicher Hochwasserschutz." Dann sei der Fluss zunehmend begradigt worden. Deichgräf Eduard Breimann erklärt: "Umweltbelange berücksichtigen wir natürlich." Dafür sei ein Landschaftsplaner engagiert worden, der einen Bereich von 150 Metern links und rechts des Deiches untersucht. Geprüft wird auch ein Deichwiesenkonzept. Der Deichgräf wartet nun mit Spannung auf einen Scoping-Termin, der mit Vertretern diverser Verbände und Behörden im Mai stattfinden soll – darunter auch der BUND. "Die natürlichen Lebensräume entlang des Rheins müssen wieder miteinander vernetzt werden, damit die ökologische Durchgängigkeit gewahrt bleibt," fordert BUND-Chef Kröfges. Diese Wiederherstellung des Biotopverbundes entlang des Rheins sei eines der Ziele von "Rhein 2020", dem Programm zur Entwicklung des Rheins der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins.

(NGZ)