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Dormagen: "Bufdis" schließen Zivi-Lücke

Dormagen : "Bufdis" schließen Zivi-Lücke

Wurde vor vier Monaten nach der Aussetzung des Zivildienstes noch über mangelnde Alternativen geklagt, sind in Dormagen nun viele Bundesfreiwilligendienstler im Einsatz. Es gab teilweise viel mehr Bewerber als Stellen.

Der Anlauf war schleppend. Als zum 1. Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst (BFD) startete, um die Lücke zu schließen, die durch den Wegfall der Zivildienstleistenden entstand, waren noch nicht genügend Bewerber in Dormagen zu verzeichnen.

Das hat sich geändert, denn vier Monate später sind viele Plätze in den sozialen Einrichtungen inzwischen besetzt, haben die "Bufdis" die Zivis überwiegend gut ersetzt — ganz gegen den Trend: Viele Freiwilligen-Stellen bleiben bundesweit unbesetzt.

Begeistert zeigt sich Barbara Kron, Leiterin des Malteserstiftes in Hackenbroich: "Wir haben nach drei jungen Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst gesucht und auch drei eingestellt." Dabei war das Interesse viel größer: "Wir hatten viel mehr Bewerbungen als Plätze."

Die drei Bufdis übernehmen während ihres Jahresvertrages kombinierte Aufgaben in Haustechnik und Pflege sowie in Hauswirtschaft und Pflege. "Wir haben zum 15. September die ersten beiden Bufdis eingestellt und sind sehr zufrieden", erklärt Barbara Kron.

Ähnlich sieht es Pflegedienstleiterin Nadja Pienkowski vom St. Augustinushaus an der Krefelder Straße: "Wir haben drei Bufdis für die drei Pflegebereiche im Einsatz." Die Erfahrungen im Seniorenpflegezentrum, in dem 84 Bewohner wohnen, waren bisher "durchweg gut, wir haben keine Einbrüche nach der Zivi-Zeit erlebt", sagt sie.

Auch im Kreiskrankenhaus Dormagen sind die "Bufdis" gut angekommen: Drei arbeiten in der Pflege und drei in der Haustechnik. "Das läuft sehr gut an", sagt Heinz-Hubert Winkels, Personalleiter der Kreiskrankenhäuser. Es gab viele Bewerber, aus denen die Bufdis ausgewählt wurden. "Wir konnten die Zivi-Stellen damit besetzen."

Andere Erfahrungen hat Hans Scholten, Leiter des Raphaelshaus, gemacht, dem die Hälfte der Hilfskräfte weggebrochen ist: "Von den zwölf Stellen haben wir zurzeit nur sechs mit Freiwilligen besetzt."

Allerdings sei nicht nur die Anzahl, auch die Qualifikation der Freiwilligen nicht mit denen der Zivildienstleistenden vergleichbar, sagt Scholten: "Die Zivis haben sich oft durch ihre Arbeit für einen sozialen Job entschieden — ob das immer noch der Fall ist, bleibt abzuwarten." Der Aufgabenbereich der Bufdis in der Jugendhilfeeinrichtung ist nicht auf pädagogischem Gebiet, sondern umfasst Fahrdienst für Gruppen, begleitende Hilfe, Technik und auch Arbeit mit den Tieren im Stall.

Bei der Stadt Dormagen ist eine der beiden BFD-Stellen auch noch unbesetzt. "Weitere Bewerber sind willkommen", sagt Pressesprecher Swen Möser.

(NGZ)