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Bürgermeisterwahl 2020: FDP stellt ersten Kandidaten für Dormagen auf

Bürgermeisterwahl 2020 : Rennen um Bürgermeisteramt eröffnet

Die FDP hat mit Karlheinz Meyer den ersten Bewerber für die Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 benannt.

Der Anpfiff erfolgt erst im Herbst 2020, doch das Vorspiel hat bereits begonnen. Die Dormagener Liberalen haben in Karlheinz Meyer ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl benannt. Es ist zwar zunächst nur das Votum des Parteivorstands, eine andere Entscheidung in der notwendigen Aufstellungsversammlung ist jedoch nicht zu erwarten. Die FDP ist damit die erste Partei in Dormagen, die mit einem Kandidaten in die Öffentlichkeit geht. Meyer ist langjähriger Fraktionsvorsitzender und trat auch bei der letzten Bürgermeisterwahl 2014 an, wo er 4,6 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

 Die Bürgermeister der Stadt Dormagen seit der Kommunalreform in den Jahren 1969 und 1975.
Die Bürgermeister der Stadt Dormagen seit der Kommunalreform in den Jahren 1969 und 1975. Foto: NGZ Archiv

Es wird noch einige Monate dauern, ehe das Tableau der Bewerber für die Bürgermeisterwahl komplett ist. Am meisten Zeit wird sich die SPD lassen (müssen), weil Amtsinhaber Erik Lierenfeld (erst) im Herbst 2019 erklären will, ob er erneut zur Wahl antritt. Der SPD-Herausforderer hatte 2014 mit 52,1 Prozent unerwartet und deutlich CDU-Kandidat Peter-Olaf Hoffmann (34,1) geschlagen.  Bei den Christdemokraten herrscht offenbar intern Klarheit, doch öffentlich äußern sie sich noch nicht. Der Fahrplan, so hatte es auf der letzten Mitgliederversammlung Parteivorsitzender Ludwig Dickers gesagt, sieht vor, dass bis Ende des Jahres die Wahlkreis-Bewerber feststehen und in einer Aufstellungsversammlung im Frühjahr auch der Bürgermeisterkandidat benannt werden soll.  Auch eine Frau ist durchaus möglich und von Parteichef Dickers sogar gewünscht. Ein(e) Bewerber(in) hat sich laut CDU auch schon bereit erklärt, antreten zu wollen.

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Bei den anderen Parteien, die neben der FDP mit mehr als zwei Stadtverordneten im Stadtrat sitzen, ist die Situation sehr unterschiedlich. Bei der Zentrumspartei läuft alles (wieder) auf Hans-Joachim Woitzik hinaus. „Wir haben traditionell etwa ein Jahr vor der Wahl unsere Aufstellungsversammlung“, sagt der Fraktionsvorsitzende, der bei der letzten Bürgermeisterwahl 9,2 Prozent bekommen hatte. „Ich gehe davon aus, dass die Partei mich wieder vorschlagen wird.“ Einschätzungen von politischen Kollegen, er wolle womöglich kürzer treten, tritt er so entgegen: „Mein Spaß an Politik ist ungebrochen. Ich bleibe dabei, alleine schon, um eine erneut Große Koalition zu verhindern und in Dormagen eine bürgerliche Mehrheit herzustellen.“ Dort sieht er das Zentrum dann mit in der Verantwortung, zusammen mit CDU und FDP.

Spannend ist die Situation bei den Grünen, die auch vor Ort den Aufwind spüren, in dem die Partei bundespolitisch steht. Gleichwohl ist die Stimmungslage nicht von Übermut geprägt, eher ist das Gegenteil der Fall. Dass die Bündnisgrünen mit einem eigenen Kandidaten ins Renne um den Chefsessel im Rathaus gehen, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Fraktionsvorsitzender Tim Wallraff sagt: „Ich sehe das nicht als realistisch an“, weil ein Grünen-Kandidat ohnehin chancenlos ist und: „Wir haben aktuell niemanden, der als Verwaltungschef eine Top-Besetzung wäre. Daher wäre irgendein Kandidat nicht zielführend.“ Für sich selbst hat der Gymnasiallehrer eine Bewerbung ausgeschlossen. „Wir werden uns auf die Ratsarbeit konzentrieren.“ Das soll auch den Wählern an Stammtischen oder an Infoständen offen und ehrlich erklärt werden. Im nächsten Schritt soll bis Ende dieses Jahres, Anfang 2019 Listenplatz eins festgelegt werden. Eine andere Haltung legt die FDP an den Tag. Mit Karlheinz Meyer steht nicht nur der Bürgermeister-Kandidat fest, er soll auch der Spitzenkandidat für die Ratswahl sein. Meyer übt schon den Wahlkampfmodus ein und sagt in Richtung Erik Lierenfeld: „In vielen Bereichen hat er keine zufriedenstellenden Lösungen gefunden. So bei den Überlastungen bei Bauvorhaben oder bei den regelmäßigen Meldungen, dass nicht genügend Kindergartenplätze zur Verfügung stehen.“ Der Parteivorsitzende Dirk Rosellen ist sich sicher: „Meyer kennt die Belange und Wünsche der Dormagener und ist gleichzeitig der richtige Mann, um eine Stadtverwaltung zu führen.“