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Bürgermeister von Dormagen unterstützt angeschlagenes Ring-Center

Einzelhandel in der Corona-Krise : Bürgermeister unterstützt angeschlagenes Ring-Center

Sollte heute die Öffnung für Einzelhandelsgeschäfte jenseits der 800 Quadratmeter Verkaufsfläche verkündet werden – Hans Dieter Lehnhoff wäre bereit, sofort Kunden in sein Warenhaus Ring-Center zu lassen.

Dass er nicht wie andere Läden öffnen darf, bezeichnet er als „betrieblich gesehen katastrophal“. Für seine kritische Haltung gegenüber der aktuellen Regelung erhält er Unterstützung von Bürgermeister Erik Lierenfeld, der in einem zweiseitigen Brief NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bittet, die Schutzverordnung „zu überdenken“.

Eine „Task Force“, wie es der Kaufhaus-Chef nennt, kümmert sich täglich um den Tag X, an dem offiziell geöffnet werden darf: Alle hygienischen und organisatorischen Vorbereitungen sind getroffen, Acrylschutzwände angebracht, Toilettentüren öffnen automatisch. Lehnhoff ist stinksauer, dass beispielsweise Ikea öffnen darf und Sortimente anbietet, die es auch im Ring-Center gibt. Nach der Krise 1999, als das Ring-Center wegen der nicht mehr funktionierenden Lebensmittelabteilung zahlungsunfähig war, ist es jetzt eine weitere, dramatische Herausforderung. Die nimmt Lehnhoff an: „Ich gebe Gas! Ich werde dem Coronavirus nicht so einfach mein Lebenswerk überlassen.“

Lehnhoff weiß Bürgermeister Lierenfeld an seiner Seite. Der hält die aktuelle Regelung für „schlichtweg nicht nachvollziehbar“, schreibt er an Laschet, „wenn auch wesentlich größere Einrichtungshäuser und Babymärkte öffnen dürften, aber für Innenstädte prägende Kaufhäuser nicht. Ich weiß auch nicht, wie ich als Bürgermeister eine solche Regelung den Menschen erklären kann.“ Für Lierenfeld sei es unverständlich, „warum ein solcher Betrieb, in dem Sicherheitsabstände aufgrund der vorhandenen Flächen problemlos eingehalten werden könnten und der durch Begrenzung der Besucherzahl und Hygienemaßnahmen den Gesundheitsschutz wie alle anderen ab dem 20. April wieder geöffneten Einzelhandelsgeschäfte gewährleisten könnte, weiter zwangsweise geschlossen bleibt. Ich finde hierfür kein nachvollziehbares Argument“. In der Gastronomie gelten bei der Corona-Bekämpfung zumindest gleiche Regeln für alle. „Den Grundsatz der Gleichbehandlung sehe ich im Einzelhandel bei den Kaufhäusern derzeit nicht gewahrt.“