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Dormagen: Bürgerinitiative gegen Konverter formiert sich

Dormagen : Bürgerinitiative gegen Konverter formiert sich

Nach der Vorstellung möglicher Konverter-Standorte im Dormagener Westen wird der Widerstand in Rommerskirchen bereits organisiert.

Es sind erst einmal nur sechs mögliche, vom Netzbetreiber Amprion vorgestellte, Standorte für den Konverter-Neubau, mit dem Strom ins Höchstspannungsnetz eingespeist werden soll. Aber es sind eben auch nur noch sechs Bereiche, die dem Unternehmen als besonders geeignet erscheinen, dort mehrere, bis zu 20 Meter hohe Hallen auf einem Grundstück von 370 mal 260 Metern (etwa zwölf Fußballfelder) zu errichten. Diese "Suchräume" werden weiter geprüft. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Stromkonverter im Gebiet westlich von Gohr auf Dormagener oder Rommerskirchener Gebiet gebaut wird, hoch.

Es geht einmal um den Standort "Umspannwerk Gohr", das Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich tangiert (Grafik rechts oben), und zum anderen um "Östlich Widdeshoven" (Grafik links unten), das auf der westlichen Seite des Bahndamms im Grünen liegt.

Gegen die Pläne formiert sich Widerstand: Aus beiden Rathäusern war Kritik am Verfahren des Netzbetreibers laut geworden (die NGZ berichtete). "Wir werden als Gemeinde alle verwaltungsrechtlichen Schritte prüfen lassen", bekräftigte gestern Rommerskirchens designierter Bürgermeister Martin Mertens seine Vorbehalte, dass Amprion "bei seiner Auswahl nicht alles berücksichtigt" habe und der Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten sei. "Unsere Region - da schließe ich Grevenbroich und Dormagen mit ein - ist durch Kraftwerke, Windräder, Stromleitungen und Industrie genug belastet, da dürfen Grünflächen nicht einfach aufgegeben werden", begründet er seine Ablehnung. Eine solche Anlage gehöre in ein Gewerbe- oder Industriegebiet.

Keine 24 Stunden nach der Bekanntgabe der möglichen Standorte wird die Gründung einer Bürgerinitiative vorbereitet, auf den Weg gebracht vom Evinghovener Peter Mertens, Vater von Martin Mertens. Der Termin für die Gründung der nicht auf Rommerskirchen beschränkten Initiative ist bereits für den 3. Juli in der Gaststätte Hahn in Evinghoven angesetzt.

Dormagens designierter Bürgermeister Erik Lierenfeld begrüßt die Pläne, sich zu einer Bürgerinitiative zusammenzuschließen: "Ich finde es gut, wenn Leute sich engagieren. Das ist auch notwendig, der Konverter ist ein wichtiges Thema." Ob die Bürgerinitiative Erfolg hat, werde sich zeigen. Auch sein Amts-Kollege Mertens freut sich über das Engagement der Bürger: "Gemeinsam mit den Gohrern und Neukirchenern können wir die zu großen Belastungen aufzeigen." 2012 hatte der Gemeinderat eine Resolution gegen einen Konverter in der Nähe von Wohngebieten verabschiedet. Die UWG Rommerskirchen um Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger kündigte "harten Widerstand" an: Amprion solle sich "nicht in der falschen Hoffnung wiegen, dass in Rommerskirchen kein Widerstand zu erwarten" sei - "im Gegenteil".

(NGZ)