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Bürgerbus in Dormagen: Straberg startet den Walddorfbus

Bürgerbus in Dormagen : Straberg startet den Walddorfbus

In dem Dormagener Ortsteil wurde über zweieinhalb Jahre hinweg an diesem Bürgerbus als weiteren Mobilitäts-Baustein gearbeitet. Der Bund ist mit Fördermitteln dabei, ebenso unterstützt die Stadt das Projekt.

Alle reden über Verkehrskonzepte der Zukunft: In Straberg wird ein solches Konzept jetzt umgesetzt. Das Walddorf besitzt einen eigenen Bürgerbus, der zum einen für mehr Mobilität von Senioren – etwa für Einkaufs- oder Sozialfahrten – eingesetzt werden soll. Andererseits kann der Bus auch von jedem Bürger privat gemietet werden. Und: Der Straberger Sharing-Bus ist ein E-Fahrzeug. „Ich bin stolz, dass wir für unser Walddorf dieses Projekt auf die Beine gestellt haben“, sagt Manfred Steiner, Mitinitiator des Walddorfbusses. Er betreut das Projekt gemeinsam mit Wolfgang Kempf, Thomas Gongoll und Birgit Knoben. „Es war ein langer, und manchmal auch holpriger Weg. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Steiner.

Die Idee für den Bürgerbus entstand vor rund zweieinhalb Jahren. Damals hatten die Straberger beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen. Anschließend stellten sie sich auch auf Landesebene dem Wettbewerb. Sie baten dazu die Bürgerschaft um Mithilfe und sammelten Ideen, um das Leben in Straberg zu verbessern. Ein Vorschlag lautete, ein „Dorf-Auto“ anzuschaffen, das der ganzen Ortsgemeinschaft für soziale Zwecke zur Verfügung stehen soll. Mit großer Mehrheit sprachen sich die Straberger bei einer Bürgerversammlung für die Einführung des Walddorfbusses aus. In gemeinsamen Gesprächen wurde schnell deutlich, dass die Stadt das Projekt unterstützt. „Ich war von Anfang von der Idee überzeugt“, sagt Beigeordnete Tanja Gaspers. „Der Walddorfbus ist im Zuge des städtischen Mobilitätskonzepts eine sehr sinnvolle Ergänzung.“ Mitinitiatorin Birgit Knoben ergänzt: „In Straberg leben viele ältere Bewohner, die so mehr am Gesellschaftsleben teilnehmen können, da die Busverbindungen in unserem Stadtteil nicht gerade optimal sind. So können sie nun mit Gleichgesinnten zum Einkaufen, ins Kino oder Theater fahren. Das schafft Gemeinschaft und Flexibilität.“ Mit Hilfe von Bundes-Fördermitteln, einem Beitrag der Stadt und des Fördervereins wurde der Bus angeschafft. Weitere Sponsoren waren ebenfalls schnell gefunden.

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An den übrigen Tagen kann jeder den Bus mieten. „Wir haben bereits einige Anmeldungen bekommen. Zum einen die Familie, die endlich mal nicht mit zwei Autos fahren muss, da in unserem Bus mehr Platz ist, zum anderen kleinere Gruppen, die einen Ausflug planen oder Vereine, die einen zweiten größeren Wagen brauchen“, erläutert Steiner. Thomas Gongoll ergänzt: „Wir hoffen, dass der eine oder andere dadurch sein Auto öfter stehen lässt und stattdessen unseren Bus nimmt. Womöglich können dadurch sogar Zweitwagen abgeschafft werden.“

Mit dem Walddorfbus leisten die Straberger einen Beitrag zum Umweltschutz, weil das E-Fahrzeug lediglich Strom verbraucht. Die Ladesäule ist bereits installiert. Die energieversorgung dormagen (evd) hat die Station gespendet und auf dem Linden-Kirch-Platz angebracht. Der Bus selbst ist ein Nissan e-NV200. Er verfügt über sieben Sitze und zwei Schiebetüren. In Straberg wird Gemeinschaft großgeschrieben. „Wir sind ein sehr soziales Dorf und haben schon viel gemeinsam angepackt, wie etwa den Bau des Schützensaals oder der Sportanlage“, betont Steiner, der überzeugt ist, dass der Walddorfbus ein Erfolg wird.

In den kommenden Wochen werden die Straberger viel mit dem Bürgerbus unterwegs sein, um allen das E-Mobil vorzuführen und zu einer Testfahrt einzuladen. „Ich halte den Bus für sehr zukunftweisend und hoffe auf viele Nutzer“, sagt Gongoll. Wolfgang Kempf ergänzt: „Um das Projekt zu einem nachhaltigen Erfolg zu führen, muss sich der Bus finanziell rentieren. Deshalb rufen wir die Straberger dazu auf, den Dorfbus zu nutzen und so Gutes für sich und für das Walddorf zu tun.“

Einen Kommentar zum Thema von Redakteur Klaus D. Schumilas lesen Sie hier.