Dormagen: Bürgerbegehren soll Hallenbad retten

Dormagen : Bürgerbegehren soll Hallenbad retten

IG Nievenheim will geplante Schließung und Abriss des Bades verhindern.

Die Bäderlandschaft ist offenbar das Thema, das die Dormagener am stärksten emotionalisiert. Gab es schon zum Erhalt der Römer-Therme 2012 ein Bürgerbegehren und einen (erfolgreichen) Bürgerentscheid sowie ein Jahr später ein nicht erfolgreiches Bürgerbegehren für den Erhalt beider Hallenbäder, so steht die Stadtnun wohl vor Bürgerbegehren Nummer drei: Die Interessensgemeinschaft "Wir für Nievenheim" arbeitet offenbar genau darauf hin. Initiativen-Mitglied und Zentrums-Politiker Hans-Joachim Woitzik geht davon aus: "Es wird gestartet, das ist der nächste Schritt um die Schließung des Nievenheimer Bades zu verhindern."

In der vergangenen Woche hatte die Verwaltung auf Anfrage von CDU und SPD hin erklärt, dass die Wasserfläche des derzeit im Bau befindlichen neuen Hallenbades an der Robert-Koch-Straße ausreichend dimensioniert sei. Das Bad sei auf 200.000 Besucher jährlich ausgelegt und habe 11,5 Prozent mehr Wasserfläche als die bisherigen beiden Hallenbäder zusammen.

Bei der IG ebenso wie bei der Zentrumspartei gibt es deutliche Zweifel daran, dass die Bedingungen künftig für alle Nutzergruppen ausreichend sein werden. "Die Dormagener werden sich wundern, wie wenig öffentliche Schwimmzeiten es künftig geben wird", sagt Woitzik. "Die werden nicht reichen."

Vor allem ärgert die Kämpfer für den Erhalt des Nievenheimer Bades der Umgang mit Zahlen, sagen sie. Sie bezweifeln die von der Stadt genannten über fünf Millionen Euro für eine Sanierung des Bades in Nievenheim. "Es werden einfach irgendwelche Zahlen ohne Belege genannt. Uns liegt das Angebot eines seriösen Bad-Bauers vor, der für 3,8 Millionen Euro einen Neubau in Nievenheim hinstellen würde", so Woitzik. Vom Land gebe es zudem bis zu 90 Prozent Fördergelder für eine Bad-Sanierung. Er glaubt, dass die künftigen Betriebskosten des neuen Bades in der Stadtmitte bei über zwei Millionen Euro liegen werden und damit viel höher seien als die der bisherigen beiden Hallenbäder.

(schum)