Bürgerantrag: Altstadt Zons durch Feldtor aufwerten

Zonser Altstadt : So könnte das Feldtor wieder aussehen

Der Zonser Heinz Libertus hat einen Bürgerantrag gestellt, um das Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissene Feldtor wieder aufbauen zu lassen. Die Politik wird darüber im Fachausschuss beraten.

Der Eingangsbereich in die Zonser Altstadt vom Schweinebrunnen her soll historisch aufgewertet werden. Das wünscht sich der Zonser Heinz Libertus, der jetzt einen Bürgerantrag an die Stadt Dormagen gestellt hat, um das alte Feldtor auf der Schloßstraße neu wieder aufzubauen. „Der neue Torbogen würde die Mauern wieder verbinden nach mehr als einhundertachtzig Jahren. Das wäre ein tolles Projekt für die Zonser Altstadt“, urteilt Libertus über sein Anliegen an die Stadt.

Das alte Feldtor ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Zonser Stadtbild verschwunden: „Neben den beiden Wachtürmchen dominierte an der Westmauer bis in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts das Feldtor. Das ehemalige Doppeltor wurde im äußeren Bereich 1833 und im inneren Bereich 1842 aus verkehrstechnischen Gründen (Heuwagen konnten z.B. in der Erntezeit die Tordurchfahrt schwer passieren) entfernt“, heißt es in der Beschreibung eines Altstadt-Rundgangs des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) Zons.

Der Eingang der Schloßstraße in Zons mit Blickrichtung auf das ehemalige Feldtor, das 1833 und 1842 abgebaut worden ist. Foto: Carina Wernig

Wie Libertus weiter ausführt, sei nicht nur das damalige Feldtor 1833 und 1842 abgetragen worden, sondern selbst die Stadtmauer im Jahre 1830 vom Rheinturm (Nordmauer) bis zur Mühle (Westmauer) um ca. einen Meter. „Wenn man von der Schloßstraße in die Stadt blickt, befindet sich rechts der Zonser Bunker. der Eigentum der Stadt Dormagen ist. Das Haus auf der linken Seite befindet sich in Privatbesitz“, erläutert Libertus, der anregt, dass die Stadt dieses Haus erwerben könnte: „Anschließend könnte der Torbogen wieder hergerichtet werden, um den Besuchern von Zons zu verdeutlichen, wie wichtig diese Feldtoranlage geschichtlich mal für Zons war.“

Da sei von den Politikern Weitsicht gefordert, die eine zukunftsweisende Planung erarbeiten lassen müssten. Denn es sollte keine historisierende Wiederherstellung des Zustands vor mehr als 180 Jahren werden, wie Heinz Libertus formuliert: „Der neue Torbogen sollte nach heutigem Standard errichtet werden, damit auch große Fahrzeuge (wie Müllwagen) durchfahren können.“

Stadtsprecher Max Laufer bestätigt den Eingang des Bürgerantrags. Nun werde sich der Stadtrat damit beschäftigen, wie Harald Schlimgen, Leiter des städtischen Fachbereichs für Bürger- und Ratsangelegenheiten, erläutert. Laut Hauptsatzung der Stadt Dormagen bestimmt der Rat nämlich den zuständigen Fachausschuss mit der Erledigung der Anregungen und Beschwerden, die per Bürgerantrag gestellt wurden. „Der Fachausschuss, in diesem Fall wahrscheinlich der Kulturausschuss, prüft dann das Anliegen inhaltlich“, so Schlimgen. Auch eventuelle Kosten müssten mitbetrachtet werden. Laut Gemeindeordnung hat jeder Bürger das Recht, sich mit einem Anliegen an den Rat zu wenden – in Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit der Stadt fallen.

Heinz Libertus sieht noch weitere Synergieeffekte im Feldtor-Projekt: Das Gebäude würde sich dafür eignen, die Tourist-Info, die zurzeit gegenüber dem Kreismuseum an der Schloßstraße 2-4 untergebracht ist, zu beherbergen. Es könnten seiner Meinung nach auch Vereine wie der HVV Zons, die Kultur- und Heimatfreunde, der Förderverein Denkmalschutz Zons dieses neue Touristen-Zentrum nutzen. Dafür müsste es Fördermittel vom Staat geben, so der Antragsteller.

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