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Dormagen: Bürger wollen Bäder erhalten

Dormagen : Bürger wollen Bäder erhalten

Der Fortbestand der Hallenbäder Dormagen und Nievenheim steht auf der Kippe. Das Bäderkonzept erwägt einen Abriss. Bei der mobilen Redaktion der NGZ stellten sich die Bürger vehement gegen dieses Konzept.

Der Vorschlag im Bäderkonzept, die beiden Hallenbäder abzureißen und dafür ein neues zu bauen, stößt auf Ablehnung. Die NGZ hat bei der Mobilen Redaktion Gründe gesammelt.

Daniel Bringas Gonzalez, Schülersprecher der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule, fände es "schade, wenn den Fünft- und Sechsklässlern die Möglichkeit zum Schwimmunterricht" genommen würde. Ganz ähnlich sieht es Heinz Giesen. "Wir brauchen kein Luxusbad", meint er und glaubt, dass sich mit dem Badneubau "jemand ein Denkmal setzen will". Heinz Giesen würde es befürworten, wenn öfter kleine Reparaturen ausgeführt würden. Heinrich Behrens stellt sich vehement gegen die Pläne. Er glaubt, dass die wahren Kosten für den Neubau verschwiegen würden. Sein Vorschlag ist, die beiden Bäder zu erhalten und die Römer-Therme nur noch im Sommer zu öffnen. Er wolle außerdem eine Bürgerinitiative gründen. Helmut Dick meint, dass kleine Reparaturen derzeit bewusst nicht gemacht würden, "um das Bad vergammelt erscheinen zu lassen". Und: "Würden diese Mängel beseitigt, wäre das Bad top." Claudia Körner glaubt auch, dass die Schulen künftig Probleme bekommen: "Schon jetzt kommen die Kinder nicht anderthalb Stunden ins Wasser, müssten sie nach Dormagen, würde der Schwimmunterricht nur noch 20 Minuten dauern." Auch die Kinder sind für den Erhalt des Bades. Leo Werner (5), Simon Körner (9) sowie Lisa (10) und Kai Felix Uhlenbrauck (10) schwimmen regelmäßig in Nievenheim. Monika Behrens hat bereits 4000 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt. Hans-Jakob Hitz gibt zu bedenken: "Der WSC Bayer Dormagen trainiert im Winter mit seinen Booten im Dormagener Hallenbad", sagt er. Ob dies bei einem kommerziell betriebenen Spaßbad, wie er einen möglichen Neubau nennt, noch ginge, sei fraglich. Peter Jacobs aus Delrath unterstreicht das und hebt die hohen Kosten eines Neubaus hervor: "Kämmerer Ulrich Cyprian hat erklärt, dass ein Neubau nur eine relativ geringe Einsparung brächte. Dagegen müsste der Vorteil zweier Standorte betrachtet werden." Hildegard Banowski kommt mehrmals in der Woche ins Nievenheimer Bad. "Wir brauchen keine Seniorenspielplätze. Wir brauchen weiterhin unsere Hallenbäder!", erklärt sie entschieden. Zur Not würde sie auch dafür protestieren: "Wie das geht, haben wir ja bei Stuttgart 21 gesehen", sagt sie. Und: "Die Politiker sollten endlich anfangen, mehr auf die Bürger zu hören." SPD-Ratsherr Karl Josef Ellrich kommt auch auf die Kosten zu sprechen: "Es ist bekannt, dass die Stadt kein Geld hat." Vielleicht könne der günstige Eintritt in Nievenheim etwas erhöht werden. Das brächte Geld für Reparaturen ein.

(NGZ)