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Bürger-Solaranlage: Bürger setzen auf Klimaschutz

Bürger-Solaranlage : Bürger setzen auf Klimaschutz

Von Chris Stoffels

Am Freitag wurde auf dem Hubertushof bei Zons die erste Bürger-Solaranlage in Dormagen in Betrieb genommen. Insgesamt 16 Dormagener haben sich daran beteiligt und erhalten fest zugesicherte Erträge .

Die Sonnenkollektoren blinken in der Nachmittagssonne. 16 dieser Metallplatten sind jetzt auf dem Dach der Halle des Hubertushofs bei Zons installiert - die erste Bürgersolaranlage in Dormagen. 16 Bürger haben sich auf Initiative des BUND (Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Dormagen zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammen geschlossen und betreiben die Sonnenenergie-Fläche.

Vor einem Jahr hatten Willi Schmidtsiefen und einige BUND-Mitstreiter die erste Idee. Unter den Mitgliedern dieser und anderer Umwelt-Organisationen warben sie weitere Interessenten, sprachen das Thema beim Solarstammtisch an, erhielten von Anna Grzondiel vom städtischen Umweltteam Unterstützung. Schließlich fanden sie in Martin Feiser vom Hubertushof den idealen ideellen Partner, der sein Dach mit Südlage zur Verfügung stellte.

Voller Stolz präsentierten am Freitag die 16 Dormagener Bürgermeister Heinz Hilgers die Anlage. Und der zeigte sich von dem Werk beeindruckt. Nach Grevenbroich ist es die zweite Anlage im Rhein-Kreis Neuss. Willi Schmidtsiefen: "Wir wollen, dass sich dieses Modell weiter durchsetzt., Ziel ist ein kreisweiter Bürger-Solar-Park. Die Betreiber haben gute Argumente: "Zum einen sind diese Anlagen ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung fossiler Energieträger", so Schmidtsiefen.

Doch auch wirtschaftliche Überlegungen lassen die Investoren lächeln. Der BUND-Experte: "Nach dem neuen Energieeinspeisungsgesetz von diesem Jahr werden uns 57,4 Cent pro Kilowattstunde 20 Jahre lang garantiert." Nach seinen Berechnungen erzielen die 16 beteiligten Bürger nach zehn Jahre Gewinne. Die Investitionen für die Anlagen betragen etwa 18 000 Euro. Die Erträge sind für 20 Jahre garantiert, für die Anlage ist eine Lebensdauer von 25 Jahren zugesichert. Nach zwei Jahrzehnten geht sie in das Eigentum des Landwirts über, der sie dann noch weiter auf eigene Rechnung betreiben kann.

Ein Prinzip der vom BUND initiierten Fotovoltaik-Betriebe besteht darin, dass nur Eigenkapital zählt, damit keine Kreditzinsen anfallen. Der Mindestanteil bei der Bürgersolaranlage beträgt 500 Euro und ist auf 20 Jahre in der Gesellschaft gebunden. Die Gewinnausschüttung erfolgt einmal im Jahr durch die Energieversorgung Dormagen (evd). Die ganz fetten Jahre der Bürgersolaranlage sind allerdings bald vorbei: Ab 2005 werden Jahr für Jahr fünf Prozent weniger für den eingespeisten Strom gezahlt.

Die Möglichkeit, die Sonnenenergie für die Stromerzeugung zu nutzen, bietet sich im Prinzip für jedes Haus mit einem südlich geneigten Dach, so Manfred Puchelt vom Forum Lokale Agenda 21. Mit dem Bürgermodell bietet sich aber auch denjenigen die Möglichkeit, ökonomische und ökologische Ziele miteinander zu verbinden, wenn sie kein Haus haben.

Bedenken, dass nicht genügend Sonnenlicht in Strom umgewandelt werden kann, zerstreut der BUND: "Die Sonne liefert auch in unseren Breitengraden mehr Energie als wir verbrauchen, wenn wir effektiver damit umgehen."

(NGZ)