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Dormagen: Bürger nutzen Mängelmelder

Dormagen : Bürger nutzen Mängelmelder

Ausgesprochen gute Erfahrungen macht die Stadt mit dem Mängelmelder per Smartphone. Seit der Einführung vor einem Jahr gab es bereits über 400 Hinweise auf wilde Müllkippen oder defekte Lampen. Die App ist kostenlos.

Wenn es um das Thema Sauberkeit geht, ist Dormagen anderen Städten offenbar ein ganzes Stück voraus. Da gibt es zum Beispiel den jährlichen "Sauberhafttag", eine Art Bürgerinitiative, die tonnenweise Unrat in der Stadt einsammelt. Sehr innovativ und sehr erfolgreich ist auch ein ganz anderes Projekt: der Mängelmelder per Smartphone.

Dabei melden Bürger Dreckecken, defekte Lampen oder wilde Müllkippen ganz einfach mit ihrem Handy und hängen gleich noch ein Foto mit dran, damit die Rathausmitarbeiter auch die Dringlichkeit erkennen. Seit der Einführung der herunterladbaren, kostenlosen "Mängelmelder-App" vor fast genau einem Jahr wurden 427 Fälle gemeldet. "Toll, dass die Bürger so gut mitmachen", sagt Regine Lewerenz, Leiterin des Ratsbüros, dem das Beschwerdemanagement zugeordnet ist.

Manchmal ist die Lösung ganz einfach: Gestern erreichte die Rathausmitarbeiter die Nachricht eines Nievenheimers, wonach an der Straße Am Latourshof "seit Tagen Müll steht". Wenig später ist diese Meldung mit dem Status "gelöst" versehen. Denn: "Bedauerlicherweise wurde der Müll zu früh rausgestellt, da ein Abfuhrtermin verwechselt wurde. Der Müll wird zeitnah wieder reingestellt", kommentiert die Stadtverwaltung mit "freundlichen Grüßen". Bei einem Defekt am Schweinebrunnen in Zons dauerte es zwar fünf Tage, ehe der Defekt behoben wurde, aber: "Der Zeittakt, in denen im Durchschnitt die Mängel behoben werden, liegt bei 14 Tagen", sagt Lewerenz, "das hängt natürlich davon ab, wie groß das Problem ist: Ist an einer Laterne nur die Birne defekt oder sind Kabelarbeiten notwendig." Wichtig sei das schnelle, nachvollziehbare Kümmern.

Von August bis Dezember vergangenen Jahres wurden 137 Fälle registriert, in diesem Jahr sind es bis heute 290, "das zeigt die zunehmende Beliebtheit, auf diese moderne Art Problem und Mängel an die Stadt weiter zu geben", sagt Lewerenz. Klarer Spitzenreiter sind wilde Müllkippen mit 164 Meldungen auf der städtischen Spezialseite im Internet, gefolgt von defekten Lampen und Laternen mit 84 Meldungen. Interessant ist die Aufschlüsselung, welches Medium die Dormagener wählen: Nahezu zu jeweils einem Drittel per i-Phone, per Smartphone sowie per Internet. Das Clou: Durch die Meldung per App erhält die Stadt per GPS gleich eine exakte Ortung der Problemstellung.

Die Hinweise werden vom Ideen- und Beschwerdemanagement, dass es in dieser Form seit 2007 gibt, gesichtet und an die zuständigen Fachämter weitergeleitet. Der jeweilige Status des gemeldeten Falls kann der Einsender gut erkennen: und reicht von "in Bearbeitung" über "erledigt" bis "nicht lösbar".

(NGZ/rl)