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Dormagen: Brüder-Paar startet bei Alpen-Extremlauf

Dormagen : Brüder-Paar startet bei Alpen-Extremlauf

261 Kilometer in acht Tagen, dabei 15 879 Höhenmeter überwinden: Jan Erik und Fynn Lauritz Kruse schreckt diese Herausforderung nicht.

Einige Freunde und Verwandte haben sie schlichtweg für verrückt erklärt. Und in der Tat: "Normal" ist es gewiss nicht, was sich die Brüder Jan Erik (29, aus Rommerskirchen) und Fynn Lauritz Kruse (26, aus Dormagen) für die Woche vom 31. August bis 7. September vorgenommen haben. Dann zieht es die Beiden in die Alpen. Aber nicht zu einem gemütlichen Erholungsurlaub. Vielmehr nehmen sie als Team an einem der härtesten Ausdauerwettkämpfe der Welt teil: dem Transalpine Run quer durch die unwegsame Bergwelt.

Angesichts dessen, was auf die Läufer wartet, kann es selbst gut Trainierten mulmig werden: 261 Kilometer in acht Tagen, über Stock und Stein – und über 15 879 beinharte Höhenmeter. Start ist in Oberstdorf; durch Österreich und die Schweiz geht es bis nach Italien. Das Ziel, Laatsch in Südtirol, soll am 7. September erreicht werden.

"Früher haben wir Handball und Basketball gespielt, dann hat uns das Lauffieber gepackt", erzählt Jan Erik Kruse. Halbmarathon, Marathon, schließlich beides hintereinander, also 63 Kilometer am Stück – die Brüder testeten stets neue Leistungsgrenzen aus. "Es wurde immer mehr, wir haben uns stetig gesteigert", berichtet Jan Erik. Motivation gäben die "unglaublich intensiven Gefühle", die Läufer nach einer extremen Anstrengung erleben – eine Mischung aus Freude und Schmerz. Fynn Lauritz Kruse räumt aber ein: "Ich hab' oft gesagt: 'Das war jetzt mein letzter Lauf.' Und dann habe ich gemerkt: Es geht doch weiter."

Mit dem Transalpine Run machen die Kruses wieder einen Schritt nach vorn. Denn obwohl sie die Belastungsdauer gewöhnt sind, bilden das alpine Gelände, die Höhenluft und die Belastung an acht aufeinanderfolgenden Tagen selbst für Lauffreaks eine krasse Umstellung. Immerhin: Den Brüdern steht eine Freundin als Physiotherapeutin zur Seite.

300 Zweier-Teams aus der ganzen Welt nehmen am Transalpine Lauf teil. Jan Erik und Fynn Lauritz Kruse, die beide beim Sportausstatter Asics arbeiten, gehen als so genannte Frontrunner für Asics/Goretex an den Start. Weiter als 30 Meter dürfen sie sich auf den Etappen nicht voneinander entfernen – aus Sicherheitsgründen. Denn im alpinen Gelände sind die Läufer oft auf sich gestellt, müssen sich im Notfall gegenseitig helfen können. Der Sicherheit während des Laufs dient auch ein circa 2,5 Kilogramm schwerer Rucksack mit den nötigsten Utensilien, die alle Starter dabei haben müssen: Wärmedecke, Trinkwasser, Erste-Hilfe-Set, Handy, Regenjacke. "Unser Ziel ist es, gesund anzukommen", sagen die Kruses angesichts der äußerst schwierigen Bedingungen. Die Platzierung spiele eine untergeordnete Rolle.

Wenn's gelingt, wollen sie in Laatsch an der Finisher-Party teilnehmen. Vielmehr "Belohnung" gönnen sie sich nicht. "Zwei Tage später geht's wieder zur Arbeit", erzählen die Brüder lachend.

(NGZ)