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Dormagen: Brücken-Sperrung schadet Chempark

Dormagen : Brücken-Sperrung schadet Chempark

Die Sperrung der Rheinbrücke der A 1 behindert den Warenverkehr zwischen den Chemparks Dormagen und Leverkusen massiv. Die Lkw müssen den Umweg über Düsseldorf fahren. Die Kosten sind beträchtlich.

Auch gestern noch schoben sich die Lastwagen über die Rheinbrücke bei Leverkusen, wurden von der Polizei herausgewunken und zur Kasse gebeten. Seit Freitag ist die Autobahnbrücke für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt, nachdem Risse festgestellt wurden. Das hat dramatische Auswirkungen für die Chemparks Dormagen und Leverkusen. "Wir müssen derzeit gewaltige Umwege fahren", so Michael Nassenstein, Sprecher des Chempark-Betreibers Currenta.

Bis zu 750 Ein- und Ausfahrten werden pro Standort täglich gezählt. Die Kosten für Benzin und Diesel steigen deutlich — zusätzlich zur Zeitverzögerung. Nassenstein: "Wir fahren derzeit alternativ über Düsseldorf." Das heißt über A 57, A 46 und A 59.

Chempark-Leiter Ernst Grigat hat bereits an die Politik appelliert: "Die Leverkusener Brücke ist für die Versorgung unserer Standorte von großer Bedeutung." Sicherheit habe selbstverständlich Vorrang. Aber Grigat weiter: "Wir appellieren jedoch an die Verantwortlichen, jetzt alles zu unternehmen, um den reibungslosen Warentransport über den Rhein zwischen Köln und Düsseldorf schnellstmöglich wiederherzustellen. Daher sind wir sehr daran interessiert, im Gespräch mit allen Verantwortlichen Lösungen zu finden, die die logistische Anbindung unserer Standorte langfristig sichern."

Betroffen ist auch der Spezialchemiekonzern Ineos. Dessen Lkw müssen ebenfalls über die Düsseldorfer Route ausweichen. "Dadurch brauchen sie länger, das kostet wiederum Geld", sagt Sprecherin Anne-Gret Iturriaga-Abarzua.

Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke setzt sich für die regionale Wirtschaft ein: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Erfolge unserer Unternehmen und damit zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet werden, weil die Investitionen in den Ausbau unseres Straßennetzes stocken." Petrauschke erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verkehrspläne der Initiative "Metropolregion Rheinland":

"Die zweifellos vorhandenen Lücken und Qualitätsmängel in unserem Verkehrsnetz müssen geschlossen werden, wenn wir unsere Wirtschaftskraft erhalten und das Leben unserer Berufspendler erträglicher machen wollen." Die Initiative hatte 21 Wunschprojekte vorgestellt, die spätestens bis 2015 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden sollten.

Verkehrsminister Michael Groschek sagte: "Der Bund ist in der Verantwortung: Wir brauchen allein in NRW in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro für den Erhalt der Brücken auf den Bundesfernstraßen."

Wie lange die Sperrung gilt oder ob sie dauerhaft bleiben muss, wird sich erst nach genauerer Untersuchung des Schadensausmaßes ergeben. Entscheidend wird auch sein, ob die Schäden überhaupt noch reparabel sind.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dezember 2012: Lkw-Chaos rund um die Rheinbrücke

(NGZ/url/rm)