Dormagen: Brenz-Band begeistert Publikum

Dormagen : Brenz-Band begeistert Publikum

"Wir spielen Euch in Grund und Boden" – keine ernst gemeinte Drohung, sondern augenzwinkerndes Motto der in Ludwigsburg bei Stuttgart beheimateten Brenz-Band, die in der Kulle ein beeindruckendes Konzert bot. Schon seit vielen Jahrzehnten tourt die Brenz-Band mit großem Erfolg im In- und Ausland.

"Wir spielen Euch in Grund und Boden" — keine ernst gemeinte Drohung, sondern augenzwinkerndes Motto der in Ludwigsburg bei Stuttgart beheimateten Brenz-Band, die in der Kulle ein beeindruckendes Konzert bot. Schon seit vielen Jahrzehnten tourt die Brenz-Band mit großem Erfolg im In- und Ausland.

Das Besondere an der bunt gemischten Musikertruppe ist neben der ungewöhnlichen Instrumentierung (unter anderem vier Dudelsäcke, sechs Akkordeons, Kongas, Waschbrett und Geige), ihre personelle Zusammensetzung. Mehr als die Hälfte der 15 Stamm-Musiker sind geistig behindert, und was sie gemeinsam mit ihren nicht behinderten Mitstreitern bei ihrem ersten Auftritt in Dormagen musikalisch boten, konnte sich durchaus hören lassen.

Nach einem fulminanten Einzug der Dudelsackspieler legte die Band gleich mächtig los und entführte die Zuhörer auf eine kurzweilige musikalische Reise. Humorvoll, sachkundig und mit der ein oder anderen Anekdote aus dem turbulenten Bandleben führten die Moderatoren Horst Tögel, Rektor im Ruhestand und Gründer der Band, sowie Gerhard Ruhl, Pfarrer und Bassist, durch das abwechslungsreiche Musikprogramm. Bei der Vorstellung der Einzelakteure gab es so manche rührende Überraschung, so als Schlagzeuger und Mundharmonikaspieler Bernd Schwab auf der Bühne stolz als Geburtstagsgeschenk eine nagelneue Mundharmonika entgegen nahm. Liebevoll auch die Darbietungen der Musiker und schnell sprang der Funke der Begeisterung auf das Publikum über.

Da wurde spontan vor der Bühne getanzt, geschunkelt und mitgesungen. Spätestens da wurde allen klar, warum der von der Unesco als "Künstler für den Frieden" ausgezeichneten Truppe bei ihrer China-Tournee 2011 gelang, was den Mega-Rockern von Pink Floyd verwehrt blieb: ein Auftritt auf der Chinesischen Mauer. Grenzüberschreitend und erfolgreich agieren die Musiker der Brenz-Band als Botschafter für die Verständigung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Auch in Dormagen hinterließ die Band einen derart nachhaltigen Eindruck, dass man die Musiker erst nach einem ausgiebigen Zugaben-Potpourri ziehen lassen wollte. Schließlich hatten sie für den Auftritt in der Kulle ein Angebot von Altbundespräsident Horst Köhler ausgeschlagen, der sie zeitgleich für eine private Feier verpflichten wollte.

(NGZ)
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